Das Magnetfeld der Erde

Das Erdmagnetfeld reicht ca. 60.000 km in das Weltall hinaus, es entsteht aber in den Tiefen unseres Planeten. Im Erdinneren denkt man sich einen festen, äußerst heißen Eisenkern. Die Feldlinien des Magnetfeldes verlaufen auf halbelliptischen Bahnen und spannen so einen Bogen zwischen Nord- und Südpol.

Das Erdmagnetfeld ist aber nicht absolut konstant, weshalb die Pole nicht ortsstabil sind. Sie verschieben sich jährlich um gut 50 km.

Für die Erde erfüllt das Erdmagnetfeld verschiedene Zwecke. U.a. hält es kosmische Strahlung von unserem Planeten ab. Diese werden z.B. durch Sonneneruptionen verursacht. Die so genannten Sonnenstürme entstehen, wenn im Inneren der Sonne mächtige Gasexplosionen stattfinden und dadurch geladene Teilchen ins All geschleudert werden. Stößt dieser Sonnenwind auf das Magnetfeld der Erde, so werden die geladenen Sonnenteilchen abgebremst bzw. umgeleitet. Man kann dies beobachten, wenn man Polarlichter beobachtet.

Aber auch die Stärke des Magnetfeldes bleibt nicht konstant. Seit etwa 170 Jahren verringert sie sich, so dass das Magnetfeld schon ca. 10 % schwächer geworden ist. Eine große Anomalie gibt es bereits jetzt über dem Südatlantik vor Argentinien; dort ist das Erdmagnetfeld bereits noch schwächer.

Die Erde führt interessanter Weise eine Art magnetisches Tagebuch. Auf dem Grund des Atlantischen Ozeans wird magmatisches Gestein durch Vulkane zutage gefördert. Während es abkühlt, richtet es die darin enthaltenen Magnetitkristalle exakt zum magnetischen Südpol aus. So haben wir auf dem Ozeanboden Bereiche, in denen alle Magnetit-Kristalle in die gleiche Richtung zeigen. Ist das Gestein erstarrt, hält es seine magnetische Ausrichtung bei, auch wenn die magnetischen Pole währenddessen weiter wandern. Somit kann man nachträglich rekonstruieren, wo die Pole in der Vergangenheit gelegen haben.

Auf diese Weise kam man zu einer erstaunlichen Entdeckung. Vor ca. 800.000 Jahren fand ein Polsprung statt. Das heißt, der magnetische Nord- und Südpol vertauschten sich. Das Magnetfeld der Erde drehte sich um. Heute geht man davon aus, dass sich dieser Polsprung relativ schnell in etwas 100 Jahren vollzog.

Statistisch gesehen kam es in den letzten 160 Millionen Jahren alle 250.000 Jahre zu einem Polsprung.

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