Große physische Kräfte, Rudolf Steiner

aus der GA 353, 9. Vortrag, S. 169

Rudolf Steiner beschreibt u.a. in diesem Vortrag, womit es zusammenhängt, dass die Menschen, welche in der alten Zeit an den Pyramiden arbeiteten, solche ungeheuer schweren Steine tragen konnten.

 

„… Aber diese alten Pharaonen, die hatten eine ungeheure Macht. Daher konnten sie auf die Kraft der Menschen, auf deren Arbeitskraft, ungeheuer wirken. Nun müssen sie aber eine andere Erscheinung zu Hilfe nehmen, um das zu verstehen. Sehen sie, der normale Mensch kann ja gewisse Dinge heben und verrücken und so weiter. Aber haben Sie nicht schon gesehen, wenn einer verrückt wird, dass ungeheuer Kräfte in ihm wachsen? Sie können manchmal darüber erstaunt sein, was ein Mensch für Kräfte krieg zum Heben von Dingen, die er sonst nicht heben kann, im Tragen von Dingen, die er sonst gar nicht tragen kann! Und was er erst für Kräfte kriegt, wenn er mit Ihnen rauft! Sie können ihn spielend leicht überwunden haben, als er noch nicht verrückt war; wird er verrückt, sofort hat er Sie niedergeworfen. So wachsen die Kräfte dem Menschen, wenn er wahnsinnig geworden ist.

Nun waren das die Ägypter nicht. Sie waren aber auch nicht so besonnen wie wir heute, sondern waren in einem traumhaften Leben, hatten riesige Kräfte. Und wie wenig Leute man brauchte im alten Ägypten, um einen riesigen Stein zu wälzen, an seinen Ort zu bringen, der manchmal sehr hoch sein konnte, davon hat heute der Mensch überhaupt keine Begriffe mehr. Der Mensch heute kann sich gar nicht mehr vorstellen, dass es Zeiten gegeben hat, in denen fünf Menschen einen ungeheuren Felsblock von weither genommen hatten und hoch hinauf befördern konnten. Die Kräfte der Mensche im alten Ägypten waren eben ungeheuer groß. Und das konnte man natürlich nur dadurch bewirken, dass man die Kräfte bei diesen Menschen dadurch ausgebildet hat, dass man sie geradezu zu Sklaven gemacht hat. Aber die Sklaverei war nicht bloß dazu da; das zeigte sich, als die Menschheit schon schwach geworden war und der Verstand schon erwacht war. In der Zeit, die auf die ägyptische folgte, wird mit dem Verstand die physische Kraft schon vermindert. Da nimmt sich das Sklaventum so aus, dass man es nur in Gang halten will und das Recht gefordert wird, es in Gang zu halten. Früher war es aber noch anders; da hat man die ganze Natur des Menschen stumpf und dumpf und traumhaft gelassen, weil man dadurch seine physische Kraft verstärken konnte. Und durch solche künstlich gezogenen physischen Kräfte sind namentlich solche Dinge erarbeitet worden wie diese Königsgräber, für die man heute, um hineinzukommen, eine solch riesige Arbeit braucht, nur um es zu zerstören! …“