Selbstwertgefühl

„Tust du was, dann bist du was, dann hast du was?“ oder „Ich bin etwas. Und weil ich etwas bin, tue ich etwas. Und ganz nebenbei bekomme ich etwas.“

Der folgende Vortrag von Gereon Jörn bringt mit großer Prägnanz auf den Punkt, was für Erwachsene, Jugendliche und Kinder gleichermaßen gilt: Wir sind alle allein durch unser bloßes Dasein wertvoll. 

Der Vortrag ist „modern“ gehalten. Wem das nicht gefällt, sollte die Ebene drunter beachten. Man wird große Schnittmengen zur Anthroposophie finden.     

Ich muss nichts tun, um wertvoll zu sein. Ich muss nicht haben, um wertvoll zu sein. Ich bin wertvoll, einfach weil ich bin.

Jörn betrachtet u.a. den Zeitraum eines Kindes bis zum 3. Lebensjahr. Sehr viele Menschen erfahren und erfuhren in dieser Zeit von ihren Eltern bedingungslose Liebe. Alles wird verziehen, nichts nachgetragen und trotzdem immer intensiv geliebt.

Später ist dies nicht mehr so selbstverständlich, weil auch Eltern oft das Gefühl haben, nicht genügend wert zu sein: Mein Kind gibt nicht Ruh – es hört nicht auf mich – mein Kind achtet mich nicht – aus einer Verletztheit werde ich „böse“, bin in meiner Stimmung gefangen. Die Folge: Das Kind meint, es sei deshalb weniger wertvoll. Es ist diffizil. Wir alle sind mehr oder weniger Betroffene – wenn wir ehrlich sind.

Und in der Schule?

Wie begegnen wir „schwierigen SchülerInnen“ in unseren Klassen? Können wir trennen zwischen dem uns störenden Verhalten einer Schülerin/eines Schülers und ihrem/seinem unantastbaren Wert – in Worten, Stimmungen und insbesondere in unserer inneren Haltung?

Es ist nicht nur lohnend darüber nachzudenken, sondern existenziell. Es berührt den Kerngedanken der Waldorfpädagogik, die den Heranwachsenden auf seinem Weg zum freien Menschen begleiten und unterstützen will.

In nichts ist man mehr gefangen, als in dem Glauben, nicht genügend wert zu sein.
 

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