Zitate von Goethe und Schiller

gesammelt von Christian Seitz


ZITATE VON GOETHE


Mit den Irrtümern der Zeit ist schwer sich abzufinden:
Widerstrebt man ihnen, so steht man allein; lässt man sich von ihnen befangen.
So hat man weder Freude noch Ehre davon

 

Alles Lebendige setzt einem bestimmten Zustande, der ihm aufgedrängt wird, eine leise Antwort, einen stillen Widerstand entgegen.
Indem es etwas, was dem Gegenstande entgegengesetzt ist, aus sich selbst hervorbringt, strebt es danach ein Ganzes herzustellen.

 

Das Vermögen, jedes Sinnliche zu veredeln und auch den totesten Stoff durch Vermählung mit der Idee zu beleben, ist die sicherste Bürgschaft unseres übersinnlichen Ursprungs.

 

Des Menschen Seele gleicht dem Wasser: Vom Himmel kommt es, zum Himmel steigt es und wieder nieder zur Erde muss es, ewig wechselnd.

 

Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein:
Sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen. Es gibt kein Vergangenes, das man zurücksehnen darf, es gibt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen der Vergangenheit gestaltet, und die echte Sehnsucht muss stets produktiv sein, ein Neues, Besseres zu schaffen.

 

Auf Erden gilt der Weisheit Recht: Wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt ewig Knecht.

 

Niemand ist mehr Sklave, als der, der sich für frei hält, ohne es zu sein.

 

Im Atemholen sind zweierlei Gnaden:
Die Luft einziehen, sich ihrer entladen;
jenes bedrängt, dieses erfrischt;
so wunderbar ist das Leben gemischt.
Du danke Gott, wenn er dich presst,
und dank ihm, wenn er dich wieder entlässt!

 

Was kann der Mensch im Leben mehr gewinnen,
als dass sich Gott Natur ihm offenbare?
Wie sie das Feste lässt zu Geist verrinnen,
wie das Geisterzeugte fest bewahre.

 

Den lieb ich, der Unmögliches begehrt.
In der Jugend traut man sich zu, dass man den Menschen Paläste erbauen könne,
und wenn es dann um und an kommt, so hat man alle Hände voll zu tun, um ihren Mist beiseite bringen zu können.

 

Alles in der Welt kommt auf einen gescheiten Einfall und auf einen festen Entschluss an.
Auch Flöhe und Wanzen gehören zum Ganzen.

 

Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden.
Wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir im Stillen schon besitzen.

 

Nur Lumpen sind bescheiden. Brave freuen sich der guten Tat.

 

Geheimnisvoll am lichten Tag
Lässt sich Natur des Schleiers nicht berauben,
Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,
Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.

 

Das geringste Produkt der Natur hat den Kreis seiner Vollkommenheit in sich, und ich darf nur Augen haben, um zu sehen, so kann ich die Verhältnisse entdecken; und ich bin sicher, dass innerhalb eines kleinen Zirkels eine ganze wahre Existenz beschlossen ist.

 

Ich glaube, dass wir einen Funken jenes ewigen Lichtes in uns tragen, das im Grunde des Seins leuchtet.
Diesen Funken in uns zur Flamme werden zu lassen und das Göttliche in uns zu verwirklichen, ist unsere höchste Pflicht.

 

Ein Einzelner hilft nicht, sondern wer sich mit Vielen zur rechten Stunde vereinigt.

 

Wer fertig ist, dem ist nichts recht zu machen, ein werdender wird immer dankbar sein

 

Bei jeder Trennung wird empfunden, was eine befriedigte Gegenwart verschweigt.

 

Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.

 

Willst du dich am Ganzen erquicken, so muss du das Ganze im Kleinsten erblicken.

 

Ein großer Fehler: dass man sich mehr dünkt, als man ist, und sich weniger schätzt, als man wert ist.

 

Wie an dem Tag, der Dich der Welt verliehen,
die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
so bist Du fort und fort gediehen
nach dem Gesetz, wonach Du angetreten.
So musst Du sein, Dir kannst Du nicht entfliehen,
so sprachen schon Sibyllen, so Propheten
und keine Macht und keine Kraft zerstückelt
geprägte Form, die lebend sich entwickelt.

 

Edel sei der Mensch,
Hilfreich und gut!
Denn das allein
Unterscheidet ihn
Von allen Wesen,
Die wir kennen.

 

Es bildet ein Talent sich in der Stille, sich ein Charakter im Strom der Welt.

 

Goethe zugeschrieben:

In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch.
Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen.
Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, für Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte.
Was immer Du tun kannst oder erträumst tun zu können, beginne es!
Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft.

 

gekürzt:
In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, setzt die Vorsehung einen ganzen Strom von Ereignissen in Gang und sorgt für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, für Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte.
Was immer Du tun kannst oder erträumst tun zu können, beginne es!
Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft.

 

ZITATE VON SCHILLER


Jeder individuelle Mensch trägt der Anlage und Bestimmung nach, einen reinen idealischen Menschen in sich, mit dessen unveränderlicher Einheit in allen seinen Abwechselungen übereinzustimmen die große Aufgabe seines Daseins ist.

 

Fürchte Dich nicht vor der Verwirrung außer Dir,
wohl aber vor der Verwirrung in Dir;
Strebe nach Ruhe,
aber durch das Gleichgewicht,
nicht durch den Stillstand Deiner Tätigkeit.

 

Keiner sei gleich dem andern, doch gleich sei jeder dem Höchsten. Wie das zu machen? Es sei jeder vollendet in sich.

 

Willst du, Freund, die erhabensten Höh‘n der Weisheit erfliegen,
wag' es auf die Gefahr, dass dich die Klugheit verlacht!
Die kurzsichtige sieht nur das Ufer, das dir zurückflieht.
jenes nicht, wo dereinst landet dein mutiger Flug.

 

Beschäftigung, die nie ermattet,
die langsam schafft, doch nie zerstört,
die zu dem Bau der Ewigkeiten
zwar Sandkorn nur für Sandkorn reicht,
doch von der großen Schuld der Zeiten
Minuten, Tage, Jahre streicht.

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