Vera Hoffmann

In rauem Sturmwind schaukelt das Schiff
auf wilden Wellen auf und nieder.

Bedrohlich nähert sich´s manchem Riff
und entfernt sich dann wie von Zauberhand wieder.

Himmlische Mächte halten schützend die Hände,
bergen das Schifflein, bringen die Wende.

 

 

Jeden Tag zieht still die Sonne
hoch am Himmel ihre Bahn.
Sie schenkt mir Kraft und Licht und Wonne,
In der ich leben kann.
Wenn mein Herz in ihr sich weitet,
spür ich schützend den Engel, der mich begleitet.

 

 

Als Gott die Welt schuf, schuf er kleine
und große Wesen, starke und feine,
und alle galten ihm gleich viel.

So auch schuf er den Menschen
mit vielerlei Können und Gaben
und alles gilt ihm gleich viel.

Zusammen am Werke schaffen,
zusammen die Gaben legen,
zusammen die Kräfte raffen,
zusammen das Gute hegen:
das führt uns zum Menschenziel.

 

 

Mit festem Tritt steigt der Strahler bergan
über Fels und Stock und Stein.
Damit den Kristall er finden kann,
ist ihm keine Mühe zu klein.

Nach Arbeit und Suchen wird er alsdann
in der Kluft vom Funkeln belohnt.
Im lichten Kristall erkennet der Mann,
himmlisches Licht, das darin wohnt.

 

 

Ich sehe die Menschen, die großen und kleinen,
und wie sie sich im Schaffen vereinen.
Tief in mir trage ich viele Fragen,
noch kann ich keine Antwort drauf wagen.

Doch darf ich mit Vertrauen
auf des Lebens Wege bauen.
Geheimnisse kann ich empfinden,
Klarheit und Wahrheit werden sich finden.

 

 

Wir bauen alle an einem Haus,
aus Liebesstrahlen auf der Erde.
Von jedem Herzen gehn sie aus,
auf dass es groß und mächtig werde.

Auch ich trage bei zum Fundament
mit lichtvollem Herzen, das immer erkennt,
was gut und was schlecht.
Tu ich das Gute, bau ich es recht.

Stein auf Stein zum Mauerbau
legt der Maurer mit seiner Kraft.

Setzt sie sorgsam ganz genau,
kennt das Ziel wofür er schafft.

Sorgsames Händeregen
schenkt dem Hause Segen.

 

 

Auf den Feldern die Hasen springen,
in den Wäldern die Rehe.
Hörst du die Lieder der Vögel erklingen?
Alles regt sich, wohin ich auch sehe.

Die Bäurin, der Maurer, sie wollen schaffen.
Der Geselle zum Meister will reifen.
So will auch ich mich zusammenraffen
und Arbeit, die ich sehe ergreifen.

 

 

Segel in den Wind!
Fort fliegt mein Schiff geschwind!
Klippen im Strom überwinden,
neue Freunde finden!
Am Widerstand gewinn ich.
Aufrechter Steuermann bin ich.

 

 

In deinem Innern strahlt ein Stern,
der dir den Weg erhellt.
Mal scheint er nah, mal ist er fern,
von Wolken fast verstellt.

Er ist´s der dich im Dunkeln führt,
der nie dich ruhen lässt,
und wenn sein Licht dein Herz berührt,
wird dir die Welt zum Fest.

 

 

Gott gab mir mein Herz, um Liebe zu spüren.
Gab Hände und Füsse mir, um in der Welt mich zu rühren.
Meine Gedanken schenkte er mir, um die Welt
und was sie im Innern zusammenhält
zu ergründen und zu durchdringen.
Ich will schaffend mein Tagwerk vollbringen.

 

 

Hammerschlag, Funkenflug,
am Amboss schafft der Schmied.
Alle Kraft auf einen Punkt,
klingend tönt sein Lied.

Sicher führt er aus sein Werk
Mit Händen, Herz und Auge,
dass, was er schafft mit seiner Stärke
den Menschen etwas tauge.

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