Alexander Piecha

Hoch in den Ästen
lebt ein Eichhorn.
Das klettert am besten:
Vorbei an hartem Dorn
und flink durch die Wipfel,
Du erblickst kaum
einen Zipfel,
dort im Baum,
da huscht es fort,
an einen anderen Ort.
Gilt es aber, für des Winters Bitterkeit
Vorräte zu sammeln zur rechten Zeit,
dann vergräbt es bedächtig manche Nuss,
damit es den Hunger nicht fürchten muss.

 

 

Tief ins Dunkel der Erde reichen
die Wurzeln, die bleichen.
Dem Lichte entgegen,
wachsen am Boden die Blätter
empfangen der Sonne Wärme und Segen.
Dankbar für jedes Wetter.
ragt golden empor die Blüte.
Sie vertraut auf des Himmels Güte.
Später dann trägt der Wind
der Pusteblume luftiges Kind
weit durch die Welt
wie Gott es gefällt:
Es sinkt am rechten Ort zur Erde,
auf dass dort ein neuer Löwenzahn werde.

 

 

Hoch empor ragt gewaltig der Riese
Stampft mit schwerem Schritt über die Wiese.
Der Blumen Pracht, die sieht er kaum,
Ihrer Schönheit wundersamen Traum,
Noch riecht er ihren Duft,
so süß und lind in der Luft.
Wie klein ist dagegen der Zwerg,
heimlich nur verlässt er den Berg
lautlos schleicht er durch's Gras
Es hört ihn nicht mal der Has'.
Doch entgeht ihm nichts hier auf Erden,
was Gott uns an Schönheit ließ werden.

 

 

Schau der Blumen Pracht,
der Sterne Schein, tief in der Nacht,
der Sonne himmlischen Glanz,
der Falter lieblichen Tanz.
Das Bächlein, es plätschert so rein,
erfreut alle Tiere, groß oder klein.
Des Himmelreichs Herrlichkeit,
webt ringsum zu jeder Zeit.
Und zeigen die eigenen Taten,
wie sie auch immer geraten,
nur redliches Mühen, geduldiges Streben,
so habe auch ich etwas Schönes zu geben.

 

 

Ein Knappe will zum Ritter werden,
stark und hilfreich sein auf Erden,
nicht weichen und nicht zagen,
aufrecht steh'n ohne Klagen.
Doch braucht's zur Tapferkeit
auch Weitblick und Besonnenheit,
dann erst kann er dem Guten dienen,
vom Glanze des Himmels beschienen.

 

 

Das lichte Schwert in der Hand,
so reitet der Königssohn über's Land.
Seine Augen leuchten hell,
sein Pferd reitet schnell.
Im Herzen fühlt er Vertrauen,
dass Engel auf ihn schauen.
So kann er kraftvoll seine Taten wagen,
und schließlich den Riesen erschlagen.

 

 

Gutes und Schönes zu wagen
nicht nur an den hellen Tagen,
sondern auch im Dunkel der Nacht:
Dann ist ein strahlender Stern erwacht.
Ich fürchte mich nicht,
sondern trag' im Herzen ein Licht.

 

 

Wenn des Königs Tochter geraubt,
vom Drachengezücht
und keiner sich traut,
weil jeder sich fürcht,
dann braucht es den einen,
den gute Geister bewachen
über dem die Engel scheinen.
Der besiegt dann den Drachen.
Auch ich weiß der Engel Segen
auf meinem redlichen Tun,
will am Tage fleißig mich regen,
und nächtens in Frieden ruh'n.

 

 

Die Sonnenblume hoch sich erhebt,
über alles was sonst noch im Garten lebt.
Sie spricht zur Rose voller Stolz:
Ich bin viel größer als du.
Du duckst dich ins Holz,
und bist noch dornig dazu.
Doch wenn im Herbst der Frost bei Nacht,
verkündet des Winters Macht,
ist die Sonnenblume längst vergangen,
während am Rosenstrauch noch Hagebutten prangen.

 

Wie der Sturmwind in der Nacht,
wie der wogenden Wellen Macht,
wie der Berge unerschütterliche Stärke,
wie der großen Helden mutige Werke,
soll auch mein Schaffen kraftvoll geraten.
Waltet nur Liebe in meinen Taten,
dann kann ich auf der Engel Hilfe vertrauen
und darauf meine Stärke bauen.

 

 

Winde gehen über das Land,
Regen fällt leis' auf den Grund,
der guten Zwerge fleißige Hand,
sorgsam umhegt die Pflanzen und
bereitet im stillen Dunkel der Nacht,
was bei Tage dann zum Leben erwacht:
Ein Wachsen und Grünen allüberall,
die Vögel besingen's mit frohem Schall.
Die Menschen hören die Lieder
und singen selbst vor Freude wieder.
Doch ohne das heimliche Werk der Zwerge,
bliebe kahl und trostlos die Erde.

 

Kommentar
Es wurden noch keine Kommentare verfasst.
Ihr Kommentar