Elternbrief zum Wochenende

Ein Beitrag von Sabine Kraus

Ein wichtiger Bestandteil, neben der anspruchsvollen Tätigkeit der Planung und Durchführung des Unterrichts, ist für uns Klassenlehrer*innen die Elternarbeit. Zu Beginn schien mir dies die größte Herausforderung der Klassenlehrertätigkeit zu sein. 

Nach einigen Schuljahren, die nun hinter mir liegen, kann ich sagen: Viele Unklarheiten, Unsicherheiten und Missverständnisse können jedoch vermieden werden, wenn die Eltern sich gut informiert und mitgenommen fühlen. Das erfordert einen gewissen Zeitaufwand, der einem aber in der Folge sicherlich wiederum sehr viel Mühe und Zeit erspart. 

Ich schreibe den Eltern beispielsweise wöchentlich einen Brief (per Mail), in dem ich berichte, was in der vergangenen Woche inhaltlich, aber auch stimmungsmäßig und im sozialen Bereich bemerkenswert war und, was in der kommenden Woche ansteht. Viele Eltern sind für diese regelmäßigen Berichte sehr dankbar und melden zurück, dass diese sie sehr unterstützen, nicht nur weil sie dadurch etwas vom Lehrer erfahren, sondern weil sie auch Anhaltspunkte haben, mit den Kindern über Vorfälle zu sprechen oder auch entsprechend konkrete Fragen zu einzelnen Themen stellen zu können. Auf die recht unkonkrete Frage „Wie war‘s heute in der Schule?" kommt bei weniger redeseligen Kindern die Antwort „gut" oder „normal" und das war‘s dann. Wenn die Eltern aber durch meine Berichte Einblicke haben, kann dann nach konkreten Dingen gefragt werden, wodurch auch konkretere Antworten kommen können.

Nicht alle Eltern freuen sich über zahlreiche, ausführliche Berichte aus dem Schulleben der Kinder von Lehrerseite. Man bedenke, dass viele Eltern mehrere Kinder haben und dies schnell zu Überforderung werden kann. Andere nehmen sich diese Zeit sehr gerne, schätzen und genießen die ausführlichen Berichte.

Um beiden Seiten möglichst gerecht zu werden, suche ich in meinen Berichten die Schlagwörter heraus und schreibe diese in dicker Schrift, sodass sich die Eltern fast auf einen Blick alle Themen vor Augen führen können und nur da, wo sie wirklich interessiert sind oder Fragen haben, die weiteren Ausführungen lesen können.

Ich habe den Eindruck, dass sich dieser wöchentliche Aufwand von etwa 30 Minuten wirklich auszahlt!

 

Hier ein Beispiel eines solchen Wochenendbriefes (mit geänderten Namen) aus einem 4. Schuljahr:

Liebe Eltern,
so ganz nebenbei werden die Kinder groß! Ich staune manchmal, wenn ich eine Vertretungsstunde in einer niedrigeren Klassenstufe habe und dann zurück komme in unsere Klasse. Unglaublich was sich da alles schon getan hat. 

Ich hoffe, die Kinder genießen nun auch mal wieder eine „Zahlenpause". 

Wir haben eine Klassenlektüre begonnen. Die Kinder sollen zuhause jeden Schultag (außer Freitag) ein paar Seiten lesen und dazu Fragen auf einem Blatt in ganzen Sätzen beantworten. Das ist schon gut angelaufen. Leider kennen ein paar Kinder die Geschichte und ich habe erlaubt, wer die Fragen auch so beantworten kann, der muss nicht lesen. Wem das Lesen zu viel oder zu mühsam ist, der darf sich auch einen Teil vorlesen lassen. Ich will nicht, dass jemand überfordert ist. Den meisten geht es aber recht leicht von der Hand und ich frage die Kinder ja auch regelmäßig, wie lange und in welcher Stimmung sie an den Hausaufgaben sitzen.

Am Mittwoch haben wir in der Klasse 3a einen kleinen Vortrag über den Wasserkreislauf gehalten. Einige Kinder haben etwas dazu erzählt. Es ist den Kindern sehr gut gelungen und die Klasse und Herrn Allner hat es sehr gefreut.

Dieses relativ spontane Ereignis war ein ganz kleiner Vorgeschmack auf ein erstes Referat, was wir auch noch in diesem Schuljahr machen werden. Im Zusammenhang mit der Tierkunde wird sich jedes Kind zu einem selbst gewählten Tier informieren und der Klasse in ein paar Minuten davon berichten. Aber das liegt erstmal noch in der Zukunft.

Apropos Zukunft: Wir haben jetzt als Hauptthema im Unterricht die verschiedenen Zeitformen unserer Sprache. Wir beginnen mit der Vergangenheit und haben dazu schon überlegt, wie weit wir uns in unserem Leben eigentlich zurückerinnern können. Dann werden wir nächste Woche die zwei verschiedenen Vergangenheitsformen in unserer Sprache genauer betrachten und sehen, worin der (gefühlsmäßige) Unterschied liegt und was wir mit den unterschiedlichen Vergangenheitsformen ausdrücken können. Dann wird es auch um die Zukunftsform gehen. Am Anfang steht immer eine gefühlsmäßige Auseinandersetzung mit dem Thema, um den Menschen ganzheitlich anzusprechen.

Außerdem üben wir in kurzen knackigen Einheiten Rechtschreibregeln, auch als Wiederholung (diese Woche Klein- und Großschreibung und langes "ie" oder "ih", sowie Ausnahmen, die wie ein langes "ie" klingen aber doch nur mit einem einfachen "i" geschrieben werden.) Nächste Woche gehen wir dann an die Doppelkonsonanten.

Wir hatten diese Woche das Thema „schwere Schulränzen" und haben zusammen nochmal überlegt, was wir wirklich brauchen. Ein paar Kinder haben noch sehr viele lose Blätter im Schulranzen herumfliegen. Blätter aus den vergangenen Epochen können gerne entsorgt werden. Die meisten Hefte lagern wir jetzt im Klassenzimmer. Mitwandern müssen also nur: Das grüne Musikdiktatheft und die Flöte, eine Mappe für die Aufgabenblätter, eine Postmappe (nur bei den Kindern, die keine jüngeren Geschwister in der Schule haben) und natürlich Stifte und Rollmäppchen und evtl. ein Russischheft und ein Religionsheft. Wenn wir das Buch „Wanja" im Unterricht brauchen, sage ich Bescheid, ansonsten kann auch das zuhause bleiben.

Unser Ausflug am 22. März zur Kläranlage ist gebucht. Dank Frau Falk, Frau Menzig und Herrn Kranz haben wir auch genügend Autos, es fehlt uns aber noch ein Fahrer/eine Fahrerin. Könnte noch jemand mitfahren?

Und noch eines: Djamila wird für sechs Wochen nicht bei uns sein, da sie mit ihrer Familie nach Kanada reist. Auf diesem Wege möchte ich nochmal eine gute Zeit wünschen und wir freuen uns, wenn sie nach den Sommerferien wieder bei uns ist.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!
Herzliche Grüße,
Sabine Kraus

Ihr Kommentar