Lage und Geographie des Inka-Reiches

Zusammengestellt von Frederike Wandersleb

Das Reich der Inka erstreckte sich zu seiner Blütezeit entlang der Pazifikküste Südamerikas von der Südgrenze des heutigen Kolumbiens im Norden bis nach dem heutigen Santiago in Chile im Süden, das ist weiter als vom Nordkap bis nach Sizilien.

4000 km lang war dieses Reich, das die heutigen Staaten von Ecuador, Peru und Teile von Bolivien, Argentinien und Chile umfasste. Das Herzland lag in den Anden, dem nach dem Himalaya mächtigsten Gebirgssystem der  Erde. Im Osten liegen die Regenwälder mit den Quellgebieten des Amazonas. Im Südwesten liegt die Wüste Atacama entlang der Pazifikküste.

Die Inka selbst nannten ihr Reich „Tahuantisuyo", das Reich der vier Weltgegenden. Die Hauptstadt war Cuzco, die ziemlich genau in der Mitte des Herrschaftsbereiches lag. Das Land war sehr lang und schmal und in der Hauptsache sehr gebirgig.

Wandert man von Osten nach Westen, so liegt an der Küste ein schmaler Streifen Tiefland, bevor das Land steil ansteigt bis zu den Gipfeln der Anden. Diese ragen so hoch auf, dass hier trotz der Nähe zum Äquator Schnee liegt. Im Westen fällt das Land sanfter ab, bis das Amazonastiefland erreicht wird, das von tropischem Regenwald bedeckt ist.

 

Betrachten wir die vier Landschaften gesondert:

Wüste

Die Atacama im heutigen Chile ist eine küstennahe, hoch gelegene Felsenwüste. Ein kalter Meeresstrom vor der Küste, der Humboldt-Strom, sorgt dafür, dass die Wolken schon vor der Küste und dem Gebirge abgekühlt werden und abregnen. Die Atacama liegt im Küstengebirge und ist sehr heiß und extrem lebensfeindlich. Der Boden ist mit Steinen und Sand bedeckt, der vielerorts eine Salzkruste trägt.  Diese Landschaft aber bietet auch viele Bodenschätze: Salpeter, Schwefel und Kupfer.

 

Küstengebiet (costa)

Die schmale Küstenregion liegt vor allem  im heutigen Peru. Die Luft in der heutigen Hauptstadt Lima ist oft heiß und stickig.  Die Region ist ähnlich wie die Atacama vom kalten Meeresstrom bestimmt und deshalb sehr trocken. Doch hier treten oft kühle Küstennebel auf, die für Feuchtigkeit sorgen und so wie Oasen wirken und Landbau erlauben. Im Sommer verursacht „El Nino", ein warmer Meeresstrom, der im Abstand mehrerer Jahre auftritt, für heftige Niederschläge, denn nun werden die Wolken nicht schon auf dem offenen Meer abgekühlt und regnen deshalb erst an den aufsteigenden Bergen ab.

 

Hochgebirge (montana)

Die Anden steigen steil auf. Bis zu einer Höhe von 3000 m wird Landwirtschaft betrieben. Die Campesinos (Bauern) leben wie in alter Zeit.  Lamas und Alpakas liefern Wolle, Fleisch und auch Milch. Es gibt Kartoffeln sowie Quinoa, Canihua und Amaranth, südamerikanische Getreidearten.  

Die schneebedeckten Gipfel über den Wolken  ragen bis über 6000 m hoch auf. Allein in Peru sind zehn Gipfel höher als 6000 m. Viel Berge sind Vulkane, die auch heute noch aktiv sind. Die Inka glaubten, hier würden diejenigen Götter wohnen, die den Menschen den Regen brächten. Auch Erdbeben kommen in dieser Region immer wieder vor.

Fährt man von der Küste in die Berge, wird es immer kälter.  Ab 3000 m Höhe leiden viele Menschen, die dorthin reisen, unter „saroche",  der Höhenkrankheit. Dabei wird einem leicht übel und schwindelig, gleichzeitig fühlt man sich kurzatmig, weil die Luft nicht mehr so viel Sauerstoff enthält.  Reist man mit dem Zug,  werden  dort Sauerstoff gefüllte Ballons verkauft, die den Erkrankten schnell helfen.   In den Anden gibt es Zinn- und Kupferminen. An den sanfter abfallenden Osthängen der Anden wird Erdöl gefördert und es gibt Kautschuk, Zitrus-, Jute- und Kaffeeplantagen.

 

Regenwald (selva)

Im Osten liegt die Dschungelregion, auch „Perus grüne Hölle" genannt. Hier im Regenwald leben nur wenige Menschen. Über reißende Flüsse und wild herabstürzende Wasserfälle strömen große Wassermengen in das Tiefland des Amazonas. Das ganze Jahr über herrscht eine gleichmäßige Temperatur  von ca. 26 Grad Celsius, es ist sehr schwül, weil es regelmäßig regnet. Flussboote und Flugzeuge sind die Hauptverkehrsmittel.

Im Regenwald wachsen riesige Bäume. Erst hoch oben sieht man Blüten farbig schimmern. Hier flattern die Kolibris von Blüte zu Blüte. Der dampfige Wald ist erfüllt von den Stimmen der Tiere, so auch dem Kreischen der bunten Papageien.  Während in den höher gelegenen Regionen der Berge der Puma zu Hause ist, lebt im Regenwald der Jaguar.

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