Entwurzelung und innere Leere

Die Entstehung des so genannten Industriearbeiters brachte den Menschen in eine gefährliche Lage. Seine Lebenssituation war gekennzeichnet durch Eigentumslosigkeit, Mangel an Reserven aller Art, Lockerung der Bande der Familie und der Nachbarschaft, durch wirtschaftliche Abhängigkeit, Entwurzelung, Massenwohnquartiere, Militarisierung der Arbeit, Naturentfremdung und einer Mechanisierung der produktiven Tätigkeit.
Das Arbeitsleben wurde immer lebensfeindlicher und unpersönlicher. Man erlebte das Leben zunehmend in den kurzen Rhythmen wöchentlicher Zahltage. Die Arbeit hatte keinen Anker mehr in vertrauter Gemeinschaft, in Natur und Familie.

Des Weiteren empfand man die Arbeit immer weniger sinnerfüllend erlebt. Sie bereicherte das Leben nicht mehr. Das Leben machte während der Arbeit gleichsam eine Pause. Umso stärker wird ein Ausgleich im Konsum als Entschädigung für die innere Leere der Arbeit gesucht, aber nur zu oft besteht dieser Ausgleich in Vergnügungen und Zerstreuungen, die nicht minder mechanisiert und leer als die Arbeit selbst sind. Darüber hinaus wurde der Wunsch nach Sicherheit und Stabilität immer stärker.

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