Phantasiegeschichten

Ein Beitrag von Daniela Klopstock (Freie Waldorfschule Wahlwies)

Eine Auswahl der Aufsatzthemen in der 4. Klasse führte uns von der Bildergeschichte über die Erlebniserzählung zur Phantasiegeschichte. Besonders eingehend besprochen wurden verschiedene Aufsatzelemente, wie Satzumstellung, Wortfelder, passende Adjektive und natürlich die sogenannte Erzählkurve, die in jeder spannenden und lebendigen Erzählung vorhanden sein sollte. Um den Schülern den Einstieg in die Erlebniserzählung zu erleichtern, gab ich den Kindern den Anfang einer Handlung. Die Schüler sollten dann die Erzählung mit den soeben erwähnten Aufsatzelementen weitererzählen. Die Phantasiegeschichte schrieben die Schüler nach einer anregenden Stunde, in der wir gemeinsam Ideen sammelten.

Hier nun zwei Werke von „großen" Krimiautoren und  Erlebnisphantasten der 4. Klasse:   

 

Vorgabe

Ralf sprudelte los: „Also, ich kam gerade aus der Haustür und wollte auf den Fußweg. Da bremste ein roter Golf. Der Fahrer warf eine gelbe Schachtel durch das geöffnete Fenster direkt vor meine Füße. Dann brauste er weiter." Martin guckte seinen Freund sprachlos an. Er platzte fast vor Neugier und wollte hören, was danach geschah. Ralf erzählte also weiter und schon waren sie an ihrer Klassentür angekommen. Begeistert meinte Martin: „Das musst du mir unbedingt aufschreiben."

 

Die Spielzeugpistole

...................Ich sah wie der Wagen davonfuhr. Ich war so geschockt, dass ich mich erst einmal gar nicht rühren konnte. Dann nahm ich die gelbe Schachtel mit spitzen Fingern und machte die Schachtel auf. Darin war das, was ich mir schon lange gewünscht hatte, eine Spielzeugpistole! Ich lief so schnell ich konnte und holte mein Verbrecherkostüm, zog es an und ging mit meiner Spielzeugpistole auf die Straße. Als ich eine Weile so lief, kam ein Polizeiauto und hielt an. Der Polizist kam heraus und packte mich. Als er die Handschellen herauszog, begriff ich, dass er mich für einen echten Verbrecher hielt. Also musste ich dem Polizisten irgendwie klar machen, dass ich kein Verbrecher war. Aber da sagte der Polizist schon: „Es tut mir leid Kleiner, aber ich muss dich leider festnehmen". „Wenn ich aber gar kein Verbrecher bin?", fragte ich, dann zog ich das Kostüm aus. Da zeigte auch der Polizist sein wahres Gesicht es war mein Vater. Gemeinsam fuhren wir nach Hause.

Maya

 

Die Kleine Spinne

.................... Ich hob die Schachtel auf und öffnete sie ganz langsam und vorsichtig. Sie war leer. Aber nein, sie war doch nicht leer. Eine kleine Spinne kroch, ohne dass ich es merkte aus der Schachtel heraus und krabbelte an mir hoch. Auf einmal kribbelte, krabbelte und kitzelte es mich. Ich merkte, dass mir eine kleine Spinne über den Kopf krabbelte. Ich schüttelte mich, doch die Spinne wollte nicht loslassen. Aber dann ließ sie doch endlich los. Sie krabbelte ins Gebüsch und verschwand. Ich ging weiter und schmiss die Schachtel weg.

Lea

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