Juniorwahl 2017 Heilbronn

Ein Beitrag von Katja Schwenke (Lehrerin an der Freien Waldorfschule Heilbronn)

„Demokratie ist keine Glücksversicherung, sondern das Ergebnis politischer Bildung und demokratischer Gesinnung." 

(Theodor Heuss, erster Bundespräsident der BRD)

 

Das Projekt „Juniorwahl" gibt es seit 1999. Durch die Ver­knüpfung von politischer Grundlagenbildung und Hand­lungsorientierung soll das politische Interesse bei den Schü­lern motiviert und Demokratie erfahrbar werden. Bei einer selbst durchgeführten Wahl können die Schüler so Demo­kratie aktiv erleben. Dazu wurde am Freitag, 22. September 2017, parallel zur Bundestagswahl eine „Juniorwahl" simu­liert, die von den Schülern vorbereitet und ausgeführt wur­de.

Zur Vorbereitung wurden bereits im Unterricht der 10.-13. Klasse die grundlegenden Prinzipien der Demokratie, das Wahlsystem der Bundesrepublik Deutschland und die Auf­gaben des politischen Organs Deutscher Bundestag erarbei­tet. Anschließend hatten die Schüler in einem Vergleich der Parteiprogramme von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/die Grü­nen, FDP, die Linke und der AfD die Möglichkeit, die ver­meintlich wichtigsten Bereiche wie „Bildung und Jugend", „Soziales", „Sicherheit", „schnelles Internet" usw. auf ihre Schlüssigkeit zu überprüfen. Hierbei ging es nicht darum, die vollständigen Parteiprogramme zu studieren, sondern einen Einblick in die jeweiligen politischen Ausrichtungen der Parteien zu bekommen und sich klar zu machen, wo­für diese eigentlich stehen. Darüber hinaus verschafften sich viele Schüler anhand der im Internet frei zugänglichen Wahl-O-Mat-Angebote zusätzliche Einblicke in die Standpunkte der Parteien. Zudem wurden ihnen die Risiken der politischen Manipulierbarkeit bewusst.

Mit großer Diskussionsfreude und Interesse waren die Schü­ler während des Unterrichts bei der Sache, was sich auch am Wahltag zeigte. Am Freitag, 22.09.2017 um 10.00 Uhr, fand der Wahlakt in einer originalgetreuen Simulation im Saal der Schule statt. Die einzelnen Klassen, die im Vorfeld ihre Wählerverzeichnisse angelegt, die Wahlbenachrichtigungen verteilt und Wahlhelfer benannt hatten, koordinierten dabei selbst den Ablauf, der von den Lehrerinnen Frau Ziese und Frau Schwenke begleitet wurde. Nachdem alle 103 anwesen­den Schüler ihre Stimmen abgegeben hatten, wurde die Aus­zählung von der Klasse 13 A durchgeführt, die die Rolle des Wahlvorstandes übernahm.

Da die eigentliche Bundestagswahl erst am Sonntag, 24.09.2017 stattfand, durfte das Ergebnis der „Juniorwahl" noch nicht veröffentlicht werden. Die Schüler des Wahl­vorstandes mussten sich deshalb der Verschwiegenheit ver­pflichten. Das Ergebnis wurde online an die Initiatoren der „Juniorwahl" übermittelt, die dieses wiederum auf ihre In­ternetseite stellten.

Das Projekt fand insgesamt einen hohen Zuspruch bei den Schülern und könnte auch bei anderen Wahlen, wie der Landtagswahl in Baden-Württemberg oder der nächsten Bundestagswahl, weitergeführt werden. Besonderer Dank verdient die Schülermitverantwortung (SMV), die mit ihrer finanziellen Unterstützung die Teilnah­me an diesem bundesweiten Projekt erst ermöglichte.

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