Drei-Königs-Tag im Waldorfkindergarten Krefeld Fichtenhain
Ein Beitrag von Christiane Schneider
Am letzten Kindergartentag vor den Weihnachtsferien, nachdem alle Kinder abgeholt sind, bereite ich den Jahreszeitentisch auf die kommende Dreikönigszeit vor. Die dunkelblauen Tücher der Weihnachtszeit nehme ich ab und ersetze sie durch ein frisch gebügeltes hellblaues Tuch. Eine Seite des Jahreszeitentisches richte ich als Wüstenlandschaft her: Drei weise Männer machen sich mit ihren Kamelen auf den Weg. Auf der anderen Seite steht der Stall mit Maria, Josef und dem Kind.
Am Dreikönigstag selbst lege ich auf die Gruppentische jeweils ein Tuch aus: auf einen Tisch ein blaues, auf den anderen ein rotes und auf den dritten ein grünes, passend zu den drei Königen. Der Jahreszeitentisch wird weiter ausgestaltet. An der Rückwand befestige ich ein rotes, ein grünes und ein blaues Seidentuch. Die drei Könige stehen nun vor dem Stall. Die Kinder nehmen nach dem morgendlichen Freispiel im Stuhlhalbkreis um den Jahreszeitentisch Platz. Ich beginne unseren Festtag mit dem Entzünden der Kerze und spreche:
Ehe wir beginnen, tief im Herzen drinnen,
zünden wir ein Lichtlein an, dass es leuchten und strahlen kann.
Dann singen wir gemeinsam das Lied:
Heute ist Dreikönigstag.
Das ist ein wunderschöner Tag,
das ist ein Tag, den ich gern mag.
Wenn sie kommen mit dem Stern,
dem hellen, hellen Stern, dem hellen, hellen Stern.
Die Weisen aus dem Morgenland,
sie bringen ihre Gaben,
für den Jesusknaben.
Mit dem hellen Stern,
dem hellen, hellen Stern, dem hellen, hellen Stern.
Die großen Kinder können sich manchmal noch an das Lied erinnern und stimmen mit ein, während die Kleinen einfach zuhören.
Ich spreche den Spruch, stehe dabei auf und zeige auf Maria und Josef:
In diesem neuen Jahr,
da wird es euch offenbar.
Gelobt sei das Kindelein,
geehrt auch die Maria und der Josef sein,
jetzt und zu aller Zeit.
Wir singen das Lied:
Es steht ein Stern am Himmelszelt, sein Glanz erhellt die ganze Welt.
Gemeinsam mit den Kindern spiele ich ein Fingerspiel:
Kaspar, Melchior, Baltasar,
wünschen euch ein frohes Jahr!
Ihre Köpfe hoch erhoben,
folgen sie dem Stern dort droben.
Ihre Köpfe sind geneigt,
wenn der Leuchtstern abwärts zeigt.
Sehen, weil gebeugt sie sind,
die Maria mit dem Kind.
Es folgt ein weiteres Lied mit Harfenbegleitung:
Es ziehen drei Könige ihre Bahn,
gen Bethlehem leuchtet der Stern voran.
Daran schließt sich das Handgestenspiel an:
Es schneit, es schneit, auf Josefs braunen Hut.
Das Christkind, in Marias Arm, das hat es warm und gut.
Den Abschluss bildet das Lied:
Josef, lieber Josef mein,
hilf mir wiegen das Kindelein,
Gott wird schon dein Lohner sein,
im Himmelreich der Jungfrau Sohn Maria.
Am Backtag (Donnerstag) in dieser Woche backen wir statt der Brötchen Kronen. Der Teig wird ausgerollt und ich schneide mit dem Messer Kronen aus.
In den beiden Wochen nach dem Dreikönigstag begleitet uns das Königsspiel. Es ist ein rhythmisch-musikalisch gestaltetes Bewegungs-Sprechspiel mit Handgesten, Körpergebärden und Raumbewegungen. Es gibt keine feste Rollenverteilung, das heißt, dass jedes Kind im Verlauf des Spielgeschehens alles mitmacht. Es entsteht ein gemeinsames, in sich geschlossenes Miteinander-Tun. Es ist eine Erzählung in gereimten Versen mit Liedern und wir alle bewegen uns gemeinsam durch das Geschehen.
Auch im Freispiel vertiefen die Kinder die Erlebnisse: Sie bauen Fernrohre, bekleben sie mit rotem, blauem oder grünem glänzendem Papier. Passend zu den Königsfarben hängen sie sich auch entsprechende Tücher um und spielen „Könige“. So bleibt das Thema lebendig und begleitet die Kinder über die gesamte Zeit nach dem Dreikönigstag. So klingt die Königszeit ruhig aus, bevor wir allmählich in die Winterzeit übergehen.
