Spielen und Aufräumen

Ein Beitrag von Christiane Schneider (Waldorfkindergarten Krefeld Fichtenhain)

Spielen und Aufräumen gehören zusammen, so wie Ein – und Ausatmen, wie Schlafen und Wachen. Nachdem im Spiel alles um sich her ausgebreitet wurde und die Kinder frei ihren Impulsen folgen konnten, wird die Ordnung im Raum (und auch draußen) gemeinsam wiederhergestellt. Die vielfältigen Materialien bilden die unmittelbare Umgebung der Kinder. Sie geben Orientierung und Sicherheit. Es ist ein Geschenk für die Kinder, wenn alles seinen Platz hat, einen eigenen Ort, an dem die Dinge sichtbar aufgeräumt sind und wo die Kinder sie immer wiederfinden können. So entsteht innerlich und äußerlich Raum für Neues.

Das Anregen des Ordnungssinnes im Verständnis des Erwachsenen bleibt dabei weit im Hintergrund, für das Kind bedeutet das Aufräumen ein „Zurückspielen“, ähnlich der Heimkehr nach einer langen Reise. Man muss jedoch aufmerksam abwägen, wann sich das Aufräumen zu sehr ins Spielen verliert. Kinder räumen gerne auf, wenn sie dabei in einer gelassenen und heiteren Stimmung vom Erwachsenen unterstützt werden. Wird diese Zeit, wie das Frühstückbereiten, das Essen oder das Spielen im Garten rhythmisch in den Alltag eingebettet, wird sie bald nicht mehr als Last empfunden, sondern als selbstverständlicher Teil des Tages.

Der Begriff „Spielzeug“ wird hier bewusst vermieden. „Zeug“ ist in unserem Sprachgebrauch oft negativ gefärbt. Material hingegen bedeutet ursprünglich „Stoff“. Spielmaterial ist also der Stoff aus dem das Spiel entsteht.

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