Übersichtsblatt der Jahresinhalte (Einlage ins Zeugnis)

Ein Beitrag von Angelika Enss (Freie Waldorfschule am Kräherwald / Stuttgart)

Seit einigen Jahren lege ich meinen Zeugnissen immer ein Übersichtsblatt zu den Jahresinhalten bei. Auf der einen Seite haben die Eltern damit auf einen Blick vor Augen, was wir alles behandelt haben und auf der anderen Seite ist es dann nicht mehr nötig diese Inhalte in jedem Klassenlehrerzeugnis erneut zu erwähnen.

Hier ein Beispiel von diesem Jahr:

 

Übersicht über die Inhalte der Klasse 5b im Schuljahr 2008/09

Im rhythmischen Teil der fünften Klasse bestand das übergeordnete Thema darin, die Sprache und den Atem in Harmonie zu bringen. Dies wurde mit dem Sprechen von Hexametern geübt. Gleichzeitig wurde die Arbeit an verschiedenen Artikulationsübungen wie Zungenbrechern usw. weiter geführt und Gedichte und Sprüche zu der jeweiligen Epoche einstudiert. Der Zeugnisspruch, verschiedene Solovorträge aller Schüler, sowie eine Buchbesprechung oder ein Referat über eine Pflanze sollten das selbstverantwortliche Arbeiten üben und das Selbstvertrauen stärken. Beim Singen wurde das allgemeine Liedgut mit neuen Kanons, Morgen- und Geburtstagsliedern erweitert.

Das Schuljahr begann mit einer Erdkundeepoche, die sich ausgehend von der weiteren Umgebung um Stuttgart zunächst mit den beiden Mittelgebirgen (Schwäbische Alb und Schwarzwald) und dem Neckar als „Vermittler" befasste. Im letzten Abschnitt wurden der Rhein, die Alpen und die Nordsee dargestellt und ein erster Überblick über die deutschen Landschaften erarbeitet.

In den insgesamt drei Rechenepochen befassten wir uns mit der Wiederholung der Bruchrechnung in allen vier Rechenarten und dem Rechnen mit Dezimalzahlen. Im Zusammenhang mit Textaufgaben vertieften wir das Rechnen mit Größen (vor allem Längenmaße und Geldwerte). Es wurde ein Begleitheft zur Bruchrechnungen durchgearbeitet und zweites Heft begonnen, welches die Einmaleins- und Bruchrechenkenntnisse festigen und wiederholen sollte. Primzahlen, Einmaleinsreihen des großen Einmaleins‘ und die Teilbarkeitsregeln waren Übthema in der gemeinsamen mündlichen Arbeit.

Im Bereich der deutschen Sprache wurden nach den Ferien regelmäßig Aufsätze zu verschiedenen Themenbereichen geschrieben. Die wöchentlichen Diktate pflegten wir weiterhin. Zusätzlich gab es Übblätter, welche die grammatikalischen Kenntnisse vertiefen sollten. Ebenso dienten sie der Erweiterung der Rechtschreibkenntnisse. Ein wichtiges Lernziel auf diesem Weg war, dass ein Arbeitsbereich durch das ganze Jahr hindurch regelmäßig geübt wurde.

In der Sprachlehre ging es um die vier Fälle, die Vervollständigung der Zeiten und das Erarbeiten der Leidensform (Aktiv und Passiv). Die Form der „direkten Rede" ist angedeutet worden. Ein erstes Lektüreheft haben wir angeschafft und erarbeitet (Hamburger Leseheft: Saids Schicksale von Wilhelm Hauff). Jedes Kind hatte die Aufgabe, ein selbst gelesenes Buch der Klasse vorzustellen.

Im ersten Geschichtsunterricht ging es um das Kennenlernen der alten Kulturen wie Urindien, Urpersien, Mesopotamien (Zweistromland), Babylonien und Ägypten. Die zweite Epoche handelte vom alten Griechenland und Troia bis zu den Alexanderzügen, u.a. die Spiele in Olympia oder Delphi. Die olympischen Spiele wurden am Ende des Schuljahres im Juli in einer schuleigenen Form unter den Parallelklassen nacherlebt.

Begleitend über das ganze Schuljahr wurden Erzählungen aus den alten Kulturen und besonders intensiv die Geschichten der griechischen Mythologie erzählt.

Die Zeit vor Weihnachten galt der Beschäftigung mit der Freihandgeometrie. Ausgehend von einigen Grundbegriffen (Gerade, Strecke, Punkt, Winkel, Dreieck, Viereck, usw.) wurden erste Gesetzmäßigkeiten beim freihändigen Zeichnen erlebt. Teilweise wurden Ornamente aus der alten griechischen Kunst (z.B. Vasen) erübt. Diese Arbeit fand auf losen Blättern statt.

Nach Ostern galt die Aufmerksamkeit der Pflanzenwelt. Diese Epoche fand im Zusammenhang mit dem naturkundlichen Unterricht statt und begann mit dem Kennenlernen der verschiedenen Pflanzenglieder, der Stufenleiter des Pflanzenreiches und den Wachstumsbedingungen der Pflanzen. Das Ganze sahen wir im Zusammenhang mit der menschlichen Entwicklung.

Im künstlerischen Bereich wurde versucht, die Lage unserer naheliegenden Mittelgebirge mit Tafelkreide auf Papier zu malen, in eine Tontafel Keilschrift zu setzen und Hieroglyphen auf Papyrus zu schreiben. Beim Wasserfarbenmalen sind die ersten Pflanzenstudien entstanden.

Ein wesentliches Übungsfeld in der Klasse war der richtige Umgang unter den Klassenkameraden. Im Klassengespräch und mit einzelnen Kindern wurden Konflikte aufgearbeitet und ein fairer Umgangsstil eingeführt und gepflegt. Ein Klassensprecher ist gewählt worden.

Am Ende des Schuljahres fand eine Fahrt ins Schullandheim auf dem Raichberg (Jugendzentrum Fuchsfarm) statt. Sie sollte die verschiedenen Epocheninhalte vertiefen und die Gemeinschaftsbildung stärken.

Angelika Enss FWS am Kräherwald

 

 

Hier eine andere Variation von Joana Lange (FW Schwerin)

Beilage zum Zeugnis der 4. Klasse,  Unterrichtsinhalte im vierten Schuljahr 2007/2008

Deutsch:

Üben freier Niederschriften: Zusammenfassungen erzählter Geschichte und erlerntem Inhalt, Erlebnisberichte, Aufsatz, Referate, Gedichte, phantastische Geschichten.
Teilnahme an den Literaturwettbewerben „Tiere im Zoo", „Die magische Feder", Pferdegeschichten";
Rechtschreibung; Diktate;
Grammatik: Fälle; die Zeiten Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft, Präteritum; Wortarten; Satzglieder;
Lesen, Vorlesen, Nacherzählen, freies Erzählen, Vortragen, Gedichte, Zungenbrecher

 

Rechnen:

Die vier Grundrechenarten schriftlich,
Primzahlen, Zahlenraum bis 1 Million, Stellenwertsystem, Kopfrechnen im ZR bis 2000,
1x1 mit Zehnerzahlen, großes 1x1,
Anfänge und Grundbegriffe des Bruchrechnens, Addition und Subtraktion von gleichnamigen und ungleichnamigen Brüchen, bildliche Darstellung der Brüche, Umwandeln von unechten Brüchen in Ganze bzw. gemischte Zahlen; kleinstes gemeinsames Vielfaches
Textaufgaben; Logische Denkaufgaben

 

Formenzeichnen:

Zentralsymmetrische Formen, Flechtformen und Knotenformen
Verschiedene Knoten wurden auch an Seilen geübt.

 

Ackerbauepoche:

Fortsetzung aus der 3. Klasse: Ernten und dreschen des Getreides

 

Heimatkunde, Geschichte:

Himmelsrichtungen, Kompass- und Orientierungsübungen, Sonnenbahnen im Winter und im Sommer,
Karten gezeichnet von der Schule und Umgebung, von Schwerin und Umgebung,
Maßstab auf der Karte, Karte lesen
Entstehung und Topographie Schwerins und Mecklenburg - Vorpommern, geschichtlicher Einblick, Eiszeit
Stadtführung, Besuch der Schleifmühle und des Planetariums, Archäologisches Museum Groß Raden (Slawenburg), Führung durchs Warnow Durchbruchstal, Ausstellung des Landesmuseums „Wikinger und Slawen", Archäologisches Museum Hitzacker

Projekt „Wikinger und Ritter": eigene Erarbeitung eines überschaubaren Themas in Wort und Bild aus vorgegebenen Text- und Bildauszügen

 

Menschen- und Tierkunde:

Mensch, Funktionen von Kopf, Rumpf und Gliedmaßen
Tiere, Beschreibung Aussehen, Verhalten und Lebensraum: Tintenfisch, Schnecke, Maus, Reh, Elefant, Kuh, Adler, Löwe, Pinguin; viele andere Tiere wurden von den Kindern selbst in Referaten oder Aufsätzen vorgestellt
Zooschule: Die Schlange

 

Erzählte Geschichte:

„Die EDDA", germanische Mythologie; „Geron und Virtus" v. J. Streit
Germanen; Ritter; Wikinger; Gudrunsage
Slawen: „Der heilige Ort am See" v. Ch. v. Fricks;
Kelten: „Die Keltenkinder" v. G. Beyerlein
Sagen aus Schwerin und Mecklenburg-Vorpommern.

 

Projektwoche:

Runenstäbe schnitzen,
„Vom Korn zum Brot" (Mehl aus dem eigenen Getreide) und Kochen auf offenem Feuer,
Hausbau: Lehmputz, Schmieden
Archäologisches Freilichtmuseum „Bronzezeitliches Dorf Hitzacker"

 

Sonstiges:

Fahrradunterweisung durch die Verkehrswacht und Fahrradprüfung, Fahrradtour.
Lesenacht in der Schule
Museumsbesuch „Oudry-Sonderausstellung" mit Workshop,
Klassenfahrt nach Sternberger Burg

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