Unser Klassenhund

Ein Beitrag von Elif Förster (Freie Waldorfschule Soest)


Seit Anfang März bekommt die 2. Klasse regelmäßig Besuch von unserem Klassenhund Rumo. Mit einem Alter von drei Monaten wurde er nach und nach an den Trubel in der Schule gewöhnt und mit den Schülern wurden wichtige Verhaltensregeln für den Umgang mit Hund erarbeitet. Die anfängliche Scheu einiger Kinder verwandelte sich schnell in Begeisterung und Rumo fühlte sich ebenso schnell wohl in seinem neuen Arbeitsfeld. Am liebsten legt er sich neben die Kinder, die gerade unruhig sind und lässt sich von ihnen mit Streicheleinheiten verwöhnen. Fast jeden Tag fragen die Schülerinnen und Schüler, wann Rumo wieder komme und bringen ihm kleine Geschenke mit (ein Stöckchen, einen Blumenschmuck, eine Hundeleine). Wenn Rumo dann im Unterricht ist, setzen sich alle Kinder schnell auf ihre Plätze und warten, bis er zum Streicheln zu ihnen kommt. Denn sie wissen: wenn ein Hund im Raum ist, muss man ganz leise sein und darf nicht rennen, damit er sich nicht erschreckt. 
 


Wenn der Hund für den nächsten Tag angekündigt wird, räumen alle Schülerinnen und Schüler in Windeseile den Klassenraum auf und stellen alle Mülleimer hoch, damit Rumo nicht versehentlich einen Wachsstift, ein Stück Kreide, ein Bonbonpapier oder Müll frisst. Schnell kam hier eine Routine rein, das Klassenzimmer hundesicher zu gestalten. Wenn Rumo da ist, ist die Stimmung immer sehr entspannt und gelöst. Der Hund sorgt gelegentlich für Auflockerung, wenn er mit den Kindern spielen möchte. Dann lachen die Kinder und nehmen die kleine Ablenkung gerne als kurze Pause von der Arbeit an. Hier muss man als Lehrer sehr flexibel damit umgehen und nie ärgerlich reagieren. Diese Ablenkungen lockern den Unterricht stets sehr auf, es darf gelacht werden und ggf. werden Verhaltensweisen des Hundes erfragt und erklärt. Nach so einer Phase kann immer gut weitergearbeitet werden, und es ist beachtlich, wie wenig anstrengend die Arbeit den Kindern vorkommt. Die Stunden mit Hund vergehen wie im Fluge und die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich nicht selten den Unterrichtsstoff für zwei Tage.
 


Legt sich der Hund neben ein Kind, darf er von diesem gestreichelt werden. Für die Kinder ist dies stets die größte Belohnung. Gelegentlich schläft der Hund dabei ein und es ist deutlich zu spüren, wie entspannt und konzentriert die Kinder in seiner Anwesenheit arbeiten können. Bis jetzt ist das Projekt „Klassenhund“ ein großer Erfolg. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen, denn der Hund spiegelt in seinen Reaktionen das Verhalten der Klasse. Außerdem lernen die Schülerinnen und Schüler soziale Umgangsformen sowie die Fähigkeit Ordnung zu halten. Wie selbstverständlich achten sie auf ihren Umgang mit dem Hund, was auch den Umgang mit den Klassenkameraden stark beeinflusst. Der Zusammenhalt wächst, da alle zusammen für ein hundegerechtes Umfeld sorgen müssen. So wird der Lernort Klassenraum nicht nur hundegerecht, sondern ein Ort, an dem sich die Kinder wohl fühlen können und eine Gemeinschaft wächst. 
 

Kommentar
24.03.2020 | Marie | Eurythmielehrerin
Das klingt richtig toll. Da wäre ich auch gerne Schülerin. Weiterhin viel Freude gemeinsam!
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