Schülerfirma Paulium der Jean-Paul-Schule Kassel - Seifen

Geschrieben von Schülerinnen und Schülern der Schülerfirma „Paulium"

Wie alles begann -
die Gründung unserer Schülerfirma

Die ersten Seifenstücke wurden innerhalb des Chemieunterrichtes der 8. Klasse im Schuljahr 2009/2010 hergestellt und fast ausschließlich von den Eltern dieser Klasse gekauft. Es gab sehr viele positive Rückmeldungen und die Eltern haben nachgefragt, ob sie weitere Seifen bekommen könnten.

Zunächst war für die Jean-Paul-Schule unklar, wie ein folgendes Projekt im Unterricht verankern werden könnte. Aber im Rahmen der Hauptschul-Abschlussprüfungen änderte sich die Prüfungsordnung, so dass als Prüfungsteil die Projektprüfung hinzukam.
Um die Werkstufenschüler auf diesen Prüfungsteil gut vorbereiten zu können, beschloss das Werkstufenkollegium einmal im Schuljahr eine zweiwöchige Projektphase durchzuführen - und in jedem Schuljahr wurde bisher das Thema „Herstellung von Seifen und Hautpflegeprodukte" gewählt.

Im Februar 2013 wählte sich eine Gruppe für die Projektprüfung des Hauptschulabschlusses das Thema:

 

„Wir gründen eine Schülerfirma"

Nach vielen Überlegungen entschied sich diese Projektgruppe für den Namen „Paulium" - womit deutlich werden sollte, dass „Paulium" wie ein chemisches Element nun ein Grundbaustein der Jean-Paul-Schule ist ...

Die Projektgruppe nahm an einem Workshop zur Gründung von Schülerfirmen teil, informierte sich über rechtliche Fragen und formulierte eine Satzung. Die Schulleitungskonferenz der Jean-Paul-Schule stimmte dem Vorhaben einmütig zu und die Schülerfirma veranlasste, dass notwendige Sicherheitsbewertungen auf den Weg gebracht wurden.

Insgesamt hat die Schülerfirma im Schuljahr 2015/2016 12 mitarbeitende SchülerInnen und zusätzlich einige SchülerInnen, die immer gerne bereit sind, beim Verkauf mitzuhelfen.

Viele Arbeiten werden von uns SchülerInnen auch außerhalb der Unterrichtszeit erledigt, wie Produktion an Wochenenden und in den Ferien sowie eine Fülle an Verkaufsveranstaltungen. Wir sind alle engagiert bei der Sache, lernen sehr viel bei der Produktion, Kostenermittlung und bei Verkaufsgesprächen, übernehmen Verantwortung, bekommen ein Zeugnis über unseren Einsatz, wie auch viele positive Rückmeldungen der Kundschaft und wir haben sehr viel Spaß - vor allem auch außerhalb der Unterrichtszeiten ....

 

Unsere Produktpalette:

  • viele verschiedene Einzelformen und gestempelten Seifen
  • Gästeseifen-Spieße - „für jeden Gast ein passender Duft"
  • Seifentorten und Seifen muffins
  • sprudelnde Badetabs
  • aluminiumfreie Deocreme und Sheasahne-Körperbutter
  • Lippenbalsam
  • Massagekerzen
  • und Körperbutter

 

Finanzierung

Die nötigen Zutaten für die ersten Seifenproduktionen konnten wir anschaffen, weil unsere Lehrer von unseren Projektideen so begeistert waren, dass sie bereit waren, die entsprechenden Einkäufe privat vorzufinanzieren. So waren wir in der Lage, unsere unterschiedlichen Vorhaben und entsprechende Produkte zu realisieren. Und immer, wenn es in der Anfangszeit bei größeren Anschaffungen eng wurde, konnten wir uns auf unsere Lehrer verlassen, die bereit waren uns einen zinslosen Kredit zu gewähren. Vielen Dank für euer Vertrauen!

So erfolgte die Finanzierung unserer gesamten Erstausstattung von Beginn an nur durch den internen Verkauf der Schülerprodukte an Eltern, Lehrer und Schüler der Schulgemeinschaft und durch einen Zuschuss von 220 € für unseren ersten Verkaufspavillon durch den Förderverein unserer Schule.

Durch die rege und beständige Nachfrage der Eltern und Lehrer konnten wir so vollständig auf öffentliche Fördergelder verzichten!!!

Mit der Gründung der Schülerfirma „Paulium" und dem geplanten öffentlichen Verkauf wurde es notwendig, unsere Produkte auch sicherheitsbewerten zu lassen, was für unsere Schülerfirma ein sehr kostspieliges Vorhaben wurde. Wir haben es geschafft, dass inzwischen 31 (!) Rezepturen sicherheitsbewertet sind. Dieser Posten der Ausgaben (ca. 8000 €) ist mit Abstand der größte, den wir tätigen mussten, und durch unsere ständig neuen Ideen wird dies mittel- und langfristig sicherlich die umfangreichste Investition der Schülerfirma bleiben, denn wir sind sehr kreativ und probieren immer, immer wieder neue Duftvarianten und neue Produktideen aus, die wir dann nach einer erfolgreichen Erprobungsphase im Lehrerkollegium für den öffentlichen Verkauf sicherheitsbewerten lassen müssen.

 

Verwendung der Gewinne

Die Gewinne sind zum größten Teil für die rechtlich notwendigen Sicherheitsbewertungen aufgewendet worden. Ansonsten haben wir die gesamte Ausrüstung, die Neuanschaffungen von ausgedienten Seifenformen und die Einrichtung eines eigenen Verkaufslädchens aus unserer Kasse finanzieren können. Desweiteren haben wir in den vergangenen zwei Jahren mehrfach zum großen Helfertreffen mit bis zu 30 Mitwirkenden eingeladen und haben immer genügend Vorräte, um beim Produzieren in der unterrichtsfreien Zeit mit Getränken und Lebensmitteln versorgt zu werden, „denn hungrig arbeiten geht gar nicht"!

Halbjährlich gibt es eine kleine Prämienzahlungen für unser Engagement in der unterrichtsfreien Zeit, und im vergangenen Winter haben wir an alle Bewohner eines Altersheimes Seifen verschenkt. Ebenso haben wir viele „Danke-Schöns" im Namen unserer Jean-Paul-Schule verschenkt, die von uns produziert wurden.

Zukünftig werden wir sicherlich weniger von unseren Gewinnen für Sicherheitsbewertungen und für die Ausrüstung einplanen müssen, so dass wir uns im kommenden Schuljahr für ein Patenkind/Flüchtlingsfamilie einsetzen und Verantwortung übernehmen wollen.

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