Cup Song, deutsche Fassung

Ein Beitrag von Ludger Helming-Jacoby

Die in dem Video vorgestellte deutsche Fassung des Cupsongs ist für Schulklassen gedacht, etwa ab der 5. Klasse. In einer 5. Klasse sah ich die Kinder das Becher-Klatsch-Spiel machen: Sie saßen im Kreis auf dem Boden. Ein Kind hatte einen Stapel farbiger Kunststoffbecher vor sich, führte mit dem Becher die zum „Cup-Song“ gehörenden Bewegungen aus, gab den Becher an den Nachbarn weiter, nahm einen neuen Becher, usw., bis schließlich alle Kinder einen Becher hatten und gemeinsam die „Cup-Song“-Bewegungen ausführten. Dann wurden die Becher einer nach dem anderen wieder zum ersten Kind zurückgegeben. Es war beeindruckend, wie konzentriert die  Kinder sich beteiligten, wie alle bemüht waren, gemeinsam das Becher-Klatsch-Spiel erfolgreich hinzubekommen.

Sehen Sie dazu auch den "Pfandflaschenautomat"


Man könnte die Kinder zu dem Becher-Klatsch-Spiel auch gut singen lassen. Es gibt viele Versionen des Cup-Songs. Am verbreitetsten ist die von Anna Kendrick gesungene Fassung („Cups“, www.youtube.com/watch?v=pjcOzqxu4JQ, mit gesungenem Lied und Texttafeln). Vor allem der dazu erstellte Videoclip machte den Cup-Song weltweit bekannt; er wurde bei Youtube millionenfach aufgerufen.
 


In einem professionell erstellten Video (www.youtube.com/watch?v=FB1tjhSziHI ) macht eine ganze Schule das Becher-Klatsch-Spiel, zum Original-Cup-Song, von Schülern gesungen. Ob man den Originaltext, mit den zwei Flaschen Whisky als   Reiseproviant, mit Kindern singen möchte, ist allerdings die Frage. In einem Youtube-Video ist eine Gruppe von Grundschulkindern zu sehen, die zu der Cup-Song-Melodie einen selbsterdachten Text singen. (www.youtube.com/watch?v=E7mez-5tBRA&t=17s) In einem anderen Video (www.youtube.com/watch?v=pwRTnqQr2us) singen die Kinder eine Schule eine deutsche Fassung des Cup-Songs, die sich an dem Originaltext orientiert. Die im Video vorgestellte Fassung ist lose an den Originaltext angelehnt, ohne den Whisky-Proviant und ohne die etwas banale Liebesgeschichte, die durch  eine „Freundschaftsgeschichte“ ersetzt wurde ‒ man könnte sich zwei ältere Jugendliche (zwei Jungen oder zwei Mädchen oder Junge und Mädchen) vorstellen, von denen der/die eine den anderen/die andere, vielleicht zu Ferienbeginn, zum Mit-Verreisen auffordert.

Wenn man das Lied verwenden möchte, empfiehlt es sich, es von vornherein zusammen mit der Klatsch-Klopf-Übung einzuführen. Es erscheint schwieriger, das Lied hinzuzufügen, wenn die Kinder diese Übung schon gut kennen. Das dreimalige Klopfen nach dem zweiten Klatschen kann auf dem Tisch oder (wenn die Kinder am Boden sitzen) auf dem Boden oder auch auf dem Becher durchgeführt werden. In der erwähnten 5. Klasse hatten die Kinder verschiedenfarbige Kunststoffbecher.  Gut eignen sich die „Recup“-Becher, 0,3l-Größe (bei jüngeren Kindern wäre auch der 0,2l-Becher gut geeignet); man kann die (einfarbigen) Becher in Gastronomie-Einrichtungen, die sie als Pfandbecher verwenden, für 1,- bekommen. Näheres unter https://recup.de/. Es empfiehlt sich, eine Unterlage aus Stoff oder Filz zu verwenden, die das harte Auf-knallen des Bechers etwas abdämpft.

Kinder lernen ja den Rhythmus meistens recht schnell; aber als Erwachsener braucht man ‒ das ist zumindest meine Erfahrung ‒ doch einige Geduld und Ausdauer, bis man man ihn wirklich beherrscht, d.h., bis man ihn so sicher ausführen kann, dass die Hände ihn gleichsam automatisch machen können und man sich dann mehr auf das Singen konzentrieren kann. Mehr oder weniger gelungene Anleitungen zum Erlernen des Cup-Songs gibt‘s bei Youtube in großer Zahl, zu finden etwa unter „Cup Song Tutorial“.

Wer sich für die Entstehung des Cup-Songs interessiert, findet bei Wikipedia Hinweise dazu, unter „When I’m Gone (Carter-Lied)“. Ausführliche Darstellungen zur Geschichte des Cup-Songs, mit  Videos und Hinweisen zur Ausführung, gibt es auf zwei englischsprachigen Seiten:

 https://midnightmusic.com.au/2013/09/the-complete-guide-to-the-cup-song/

www.vulture.com/2013/08/comprehensive-history-of-the-cups-phenomenon.html

Ein Hinweis: Das Becher-Klatsch-Spiel lässt sich durchaus auch als Begleitung für sonstige Lieder, sofern sie einen Viervierteltakt aufweisen, verwenden, etwa – nur um einige Beispiele zu nennen ‒ „Auf du junger Wandersmann“, „Schön ist die Welt“, „Auf früher Fahrt“. 

 

Hier der deutsche Text:

Ich hab‘ mein Ticket für die weite Fahrt,
der Rucksack steht gepackt bereit. ‒
Und ich fänd’s viel schöner, wenn du mitkommen würdest;
ich fahr‘ morgen ‒ hättst du Lust und Zeit?

Refrain 1:

Wenn ich fort bin, wenn ich fort bin,  
dann tut es dir bestimmt auch leid. ‒
Komm doch mit und sei nicht bange,
überlege nicht zu lange,
ich fahr morgen ‒ wärst du denn bereit?

Refrain 2:

Wenn ich fort bin, wenn ich fort bin,
dann tut es dir bestimmt auch  leid.‒
Komm und packe deine Sachen,
lass uns jetzt die Reise machen,
sag, was meinst du ‒ wärst du denn bereit?

Ich hab‘ mein Ticket für die weite Fahrt,
dorthin, wo’s schön zu wandern ist ‒
wo es Berge gibt und Seen,
dorthin möcht‘ ich mit dir gehen,
und ich hoffe, dass du einverstanden bist.

Refrain 3:

Wenn ich fort bin, wenn ich fort bin,
dann tut es dir bestimmt auch leid. ‒
Komm, lass uns zusammen fahren,
dorthin, wo wir noch nie waren,
sag, was meinst du ‒ wärst du denn bereit?

Refrain 2, Refrain 1

Alternative, bei Aufteilung in zwei Gruppen:

Nach Refrain 3 (gesungen von Gruppe A):

 B:    
Wenn du fort bist, wenn du fort bist,  (oder:  Wenn du fort gehst und ich bleibe hier)
dann tut es mir ganz sicher leid. ‒
Ja, ich packe meine Sachen,
möcht‘ mit dir die Reise machen,
ich komm‘ mit ‒ morgen früh bin ich bereit!

A und B:     
Wenn wir fort sind, wenn wir fort sind,
dann tut es uns bestimmt nicht leid. ‒
Nein, wir wolln zusammen fahren,  (oder:  Wir wolln gern zusammen fahren)
dorthin, wo wir noch nie waren,
wir fahrn morgen ‒ das wird schön zu zweit!

Ludger Helming-Jacoby (hejac3@web.de)

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