Gumboot dance - was ist das?

Der Gummistiefel-Tanz, englisch "gumboot dance", US-amerikanisch "welly boot dance" ist ein moderner afrikanischer Tanz.

 

Herkunft

Die Bezeichnung für den Tanz stammt von den Schuhen, die beim Tanz getragen werden, den Gummistiefeln. Er entwickelte sich unter den schwarzen Minenarbeitern in den Goldminen um Johannesburg in Südafrika. Deren Lebens- und Arbeitsbedingungen waren katastrophal und der Tanz war eine Reaktion auf die rassistische Unterdrückung der Apartheid und der hemmungslosen Ausbeutung der schwarzen Arbeitskraft.

So entwickelte sich aus dem afrikanischen Erbe mit den einzigen „Instrumenten", die den Minenarbeitern geblieben waren, nämlich ihren Körpern und ihren Stiefeln, eine eigene Sprache aus Rhythmus und Musik.

Früh wurde der Gummistiefel-Tanz, ebenso wie traditionelle Tänze, dann auf den Volksfesten der Weißen oder zur Touristenattraktion eingesetzt. Die Fußfessel sind heute meist durch einen Stapel rasselnder Kronkorkendeckel an den Außenseiten der Stiefel symbolisiert.

 

Der Tanz heute

Der Gummistiefel-Tanz wird heute in Südafrika, aber auch weltweit, als lebendiger und eigenständiger Teil der südafrikanischen Kultur vorgeführt. Jugendgruppen führen ihn auf den Straßen der Städte vor, um sich etwas Geld zu sammeln. Heute erinnern die um Gummistiefel gebundene Glöckchen an die Fußfesseln der schwarzen Arbeitssklaven. Die Gummistiefel - gern mit Schaumstoff unterlegt - können auch farbig bemalt sein (z. B. Zebrastreifen), die Gruppen können bestimmte Kleidung tragen (z. B. Schulmädchenuniformen oder Schutzhelme). So wird die Geschichtstradition bewahrt, aber in den Themen und musikalischen Ausdrucksformen passt sich der Tanz wie andere folkloristische Formen auch den modernen Lebensumständen der Jugend Südafrikas an. Comedy- und Slapstick-Elemente treten hinzu.

Bildquelle 

Kommentar
03.05.2018 | michael Müller | Vater
Tanzt mein Sohn das auf der Waldorfschule?
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