Die Tierparade

Die Tierparade dieses Jahr
Kann kaum einer erwarten!
Alle rufen: „Oh!“ und „Ah!“
und wollen endlich starten.

Die Spitze, die wird angeführt
vom eitlen, stolzen Pfau,
denn er findet, ihm gebührt
der erste Platz der Schau.

Mittlerweile streiten sich
Ameise und Biene:
„Fleißig bin doch hier wohl ich!
Also mach ne Fliege!“

„Ach, wär ich doch nur bunt gescheckt!“,
denkt sich der schwarze Rabe!
Das Chamäleon feixt sich eins
und wechselt seine Farbe.

Nur der Esel ziert sich noch
und schaltet dann auf stur.
Er hätt` jetzt gern ein Mauseloch
statt dieser blöden Tour!

„Es beginnt! Jetzt geht es los!“,
pfeift der Spatz vom Dach.
Und der Papagei beschloss:
„Ich mach jetzt richtig Krach!“

Das Krokodil vergießt dabei
die berühmte Träne.
Von dieser Vogelkreischerei
kriegt es so leicht Migräne.

Die Ente denkt: ‚Ich geh am Schluss.
Ich bin ja doch so lahm.’
Und betrachtet mit Verdruss
den schönen weißen Schwan.

Doch da ruft es ärgerlich
aus der grünen Hecke:
„Die langsamste von uns bin ich,
denn ich bin eine Schnecke!“

‚Wo sind sie bloß?’, denk ich bei mir
und fang an mich zu wundern.
Ach da! Beim faulen Faultier!
Da sind die platten Flundern!

Der stumme Fisch, das scheue Reh
sind nicht dabei - wie schade!
Sogar die dicke Kuh der See
macht mit bei der Parade.

Der Maulwurf läuft falsch herum.
Er kann doch so schlecht sehn.
Doch jemand dreht ihn einfach um:
Vom Weihnachtsmann das Ren!

Der Löwe brüllt noch einmal laut
zum Abschluss der Parade.
Die Gans bekommt ne Gänsehaut
und findet’s jammerschade!

Da wartet auf der Zielgraden
ein tierischer Gigant.
„Ich war im Porzellanladen!“,
gesteht der Elefant.

Die Tierparade ist nun aus
für die gesamte Schar.
Alle Tiere gehn nach Haus,
freu’n sich aufs nächste Jahr!


Kathrin Hornung

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