Der Regenwurm

In dem hellen Sonnenscheine,
kriecht ein Regenwurm alleine -
schwitzt und macht sich große Sorgen,
denn ein Wurm ist nur geborgen;
in der fetten feuchten Erde,
dort wo wohnt die ganze Herde -
in den Tunneln weit geschlungen,
und man buddelt ungezwungen.

Er fiel gestern in ´ne Schüssel,
landete mit seinem Rüssel -
in den Biersee für die Schnecken,
die begannen ihn zu necken.
Wie er dort am Rande baumelt,
durch den Alkohol so taumelt -
knotet wild und ringelt sich,
spaßig war das sicherlich.

Und alsbald begann sein Gröhlen,
durch den Garten laut zu nölen -
sein Gerülpse und Gepupse,
sorgt massiv für ein Gestupse.
Er sieht tausend Schnecken schwanken,
und ganz wirr sind die Gedanken -
ganz abrupt muß er laut hicksen,
sein Gegröle wird zum Kieksen.

Er übt sich im Rückenschwimmen,
taucht dabei, muß neu beginnen -
Alkohol-Glückseeligkeit,
macht Gehirne nudelbreit!
Abgesoffen sind die Schnecken,
und er schabt sich an den Ecken -
ihrer Häuser auf dem Rücken,
fühlt dabei doch kein Entzücken!

Konnte sich alleine retten,
nur durch Glück, da möcht´ er wetten -
hat sich fürchterlich verlaufen,
sucht nun seinen Erdenhaufen.
In dem Kopf herrscht ein Gebrumm,
schwindlig ist ihm noch wie dumm -
aber tapfer kriecht er, leise,
da entdeckt ihn eine Meise!


Elisabeth Rosing

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