IM Kastanienbaum

Neulich, frühmorgens,
es war Anfang Mai,
da kam ich an einer
Kastanie vorbei.
Ich lauschte und schaute
hinauf in den Baum,
was ich da erlebte,
es war wie ein Traum.
Es brummelt und prustet
und schrummelt und pustet
und kribbelt und krabbelt
und schnibbelt und schnabbelt.
Es schwirret und haspelt
und sirret und raspelt
und purzelt und holpert
und schnurzelt und stolpert
hinauf und hinab,
baumauf und baumab.

Das war ein Gebrause
und Blättergeschmause!
Und welch ein Gewirre
und lautes Geschwirre!
Ein Schieben und Hasten
und Stieben und Tasten
und Necken und Hangeln
und Schmecken und Rangeln.
Ein Fühlen und Riechen
und Wühlen und Kriechen
und Nagen und Brummen
und Zagen und Summen.
Ein Baumeln und Beißen
und Taumeln und Reißen
und Stopfen und Schmatzen
und Klopfen und Kratzen.
Ein Hin und ein Her
im Blätterdachmeer.

Schon kamen die Buben
und Mädchen aus Stuben,
die Käfer zu fangen
mit Stöcken und Stangen.
Sie klettern und rütteln
und wettern und schütteln
und reißen und rucken
und schmeißen und gucken.
Sie klauben und greifen
und rauben und pfeifen
und ringen und rufen
und springen und suchen.
Sie stecken und hüten
die Käfer in Tüten
und schrein laut: „Hurra!“
denn pünktlich im Mai
warn die Maikäfer da.

Hans Harress

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