Der Breitmaulfrosch

(Beim Frosch hängen sich die Kinder die kleinen Finger in die Mundwinkel)
Ein Frosch mit einem breiten Maul
traf auf der Wiese einen Gaul.
„Wer bist’n du?“, quakt er sehr laut.
„Ich? Ein Pferd“, sagt es erstaunt.
„Was frisst’n du?“
„Hafer und Gras.“
„Was für ein Fraß“, denkt sich der Frosch,
quakt Dankeschön
und ward vom Pferd nicht mehr gesehn.

Darauf trifft er auf eine Kuh.
„Wer bist’n du?
Was frisst’n du?“, fragt er recht munter.
Langsam, kauend schaut sie runter:
„Ich fresse Gras.
Ich bin die Kuh.“
Der Frosch springt fort, quakt laut dazu.

Nun fühlt er sich schon sehr verwegen,
da stakt durch’s Gras ihm was entgegen.
Ein paar Beine, rot und lang,
der Frosch quakt wieder, wie er’s kann:
„Wer bist’n du?“
„Ich bin der Storch.“
Der grüne Kerl erschrickt und horcht.
„Was frisst’n du?“, fragt er nun hastig.
„Die Breitmaulfrösche, die sind saftig!“

Der Frosch schaut auf und schüchtern spricht:
(Mit gespitzten Lippen)
„Ich glaube fast, die gübt’s hür nücht!“

 

Marcus Kraneburg

Kommentar
04.05.2017 | Jürgen Brand | Gedichtesucher
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