GEDICHTE zur Tierkunde (1)

Ein Beitrag von Sven Saar

Der Tintenfisch

Träumend tief im blauen Meer,
wiegt er sanft sich hin und her,
lässt die Arme, diese vielen,
froh im kühlen Wasser spielen
und sich von den großen Fischen
schlauerweise nie erwischen:
Denn kaum kriegt er einen Schreck -
Sprüht er Tinte und ist weg!         

 

 

Das Eichhörnchen

Durch die Luft
auf den Ast,
keine Ruh,
keine Rast.
Pass nur auf
in der Hast,
dass du's Ziel
nicht verpasst!

Baumstamm rauf
und hinab,
schnapp die Nuss
dir und grab.
Doch hab acht:
darfst den Ort
nicht vergessen!

Denn der Winter
wird kalt,
und wenn Schnee
liegt im Wald
hast du Armes
nichts Warmes
zu essen!

 

 

Der Adler

Herrlich ist es, frei zu schweben,
in der Luft fast still zu stehn,
Hoch am Berg im Wind zu leben
Und die weite Welt zu sehn.

Doch entgeht mir auch  nichts Kleines
Tief im fernen, grünen Tal:
Späht mein Auge etwas Feines,
fass ich mir ein Herz -
und fall!

 

 

 

Die Kuh

Gut geht's der Kuh
in ihrer Haut,
hat ihre Ruh'
und kaut.
Doch ist sie nur selten
so ganz ohne Regung:
Zumindest ihr Mundwerk
ist stets in Bewegung.
Um sie herum ist es immer gemütlich -
wären wir alle doch immer so friedlich!

 

 

Die Lerche

Dort in den Lüften, kaum noch zu seh'n,
unsichtbar fast, scheint sie stille zu steh'n,
hat sich erhoben hoch über die Weide,
Flügel froh schwingend voll Lebensfreude.

Und ihre herrlichen klangvollen Lieder
weisen des Menschen Herz himmelwärts wieder.

Der Schmetterling

Leichtfüßig taumelnd, tanzend,
flatterhafter Falter, du,
spring, Schmetterling,
in der Blüten Ring.
Find deine Blume
Und ruh'.

 

 

Die Eule

Still im hellen Tageslicht -
schläft sie oder schläft sie nicht?
Scheinbar träumend,hat sie acht
auf die Dämm'rung,  auf die Nacht.
Lautlos steigt sie in die Luft,
schwebt durch zarten Blütenduft:
Unter ihr bewegt sich viel -
sicher findet sie ihr Ziel.

 

 

Der Seestern

Bin ein kleiner Seestern,
hab die weichen Wellen gern,
liege auch voll Wonne
in der warmen Sonne.
Doch am liebsten fühle
ich das Meer, das kühle,

Seh' zu, wie die Möwen
hoch über mir fliegen
und sich die Algen
im Wellengang wiegen.

 

 

Der Bär

Vom Winterschlaf erwacht
aus wochenlanger Nacht,
ist die Schwere nun verschwunden -
steht der Bär geduldig Stunden
in dem weißen Wasserfalle,
Harret dort der Lachse alle,
und kann geschickt von den silbrigen Fischen,
soviele er braucht, mit der Pranke erwischen.

 

 

Die Katze

Leis und schlau,
ich weiß genau,
wo die leck'ren Mäuse wohnen -
also wart' ich
still und artig,
denn mein Sitzen soll sich lohnen.
Samtig, kratzig,
heb' die Tatz' ich,
fang die Maus -
Aus!

 

 

Die Libelle

Wenn sie will,
steht sie still,
doch bei Schreck
ist sie weg
aus dem Gefunkel
in das Schilfdunkel.
Blitzesschnelle
flitzt Libelle
aus der Dichte
hin zum Lichte.
Fliegt sie hier?
Schwebt sie dort?
Schnelles Tier,
ist schon fort -
willst du es dir einmal länger besehn,
so bleib nur geduldig am Ufer stehn.

 

 

Kommentar
Es wurden noch keine Kommentare verfasst.
Ihr Kommentar