Das Windrad-Projekt

Nora Winter (Schüler) und Hans-Joachim Peth (Lehrer) von der Freien Waldorfschule Köln

Im vergangenen Jahr entstand, angeregt durch einen ehemaligen Schüler unserer Schule, Raphael Karutz, die Idee eine Kleinwindkraftanlage zu bauen. Mit der Windkraft soll später einmal ein Teil des Strombedarfs eines neuen Gartenbauhauses erzeugt werden.

Alles sollte von Schülern selbst hergestellt werden, von den Holzflügen mit dem aerodynamischen Profil, bis hin zur Speicherung der erzeugten Energie - und das alles in einer Woche! War das überhaupt zu schaffen?

In der Projektwoche vom 2. bis zum 8. Mai 2013 war es so weit: Wir, elf Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 10, 11, 12 und dem Berufskolleg, haben uns eine Woche mit der Windenergie und überhaupt der Energiefrage beschäftigt.

Strom ist für uns etwas Selbstverständliches. Wir müssen lediglich den Stecker in die Steckdose stecken und schon funktioniert das Gerät.

Was aber steckt eigentlich dahinter, wie gehen wir mit unseren Ressourcen und unserer Umwelt um? Und vor allem: Was können wir praktisch gegen die Ausbeutung der Natur tun? Hier bieten erneuerbare Energien ein Höchstmaß an Potenzialen.

So ging es uns bei dem Windradprojekt vor allem um den Schaffensprozess und darum, etwas Nachhaltiges zu produzieren. Unter der Leitung von Raphael Karutz, Bastian Teigen und Jonas Lage, alle drei absolvieren zur Zeit ein Studium über erneuerbare Energien, sowie von Herrn Peth, Lehrer unserer Schule, setzten wir uns intensiv mit der Bauanleitung von Hugh Piggot und den einzelnen Komponenten des Windrads auseinander.

In Arbeitsgruppen wurden aus verschiedenen Materialien die einzelnen Teile gebaut. Die Fundamente wurden gegraben und aus Beton gegossen, der zehn Meter hohen Turm und die Aufhängung für die Gondel wurden geschweißt, sowie der Generator aus starken Permanentmagneten und selbstgewickelten Spulen in Epoxidharz vergossen.

Auch die Flügel aus Holz wurden selbst ausgehobelt. Dabei musste genau darauf geachtet werden, dass an Hand der Konstruktionszeichnung ein bestimmtes aerodynamisches Profil entsteht, wodurch der Wind die Flügel möglichst effektiv in eine Drehbewegung bringt. Der Rotor selbst hat im Endeffekt einen Durchmesser von drei Metern und ist mit Hilfe eines Autoradlagers mit dem Generator verbunden. Schließlich musste noch ein Gleichrichter hergestellt werden, der den vom Generator erzeugten Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt, damit die Energie in zwei 24 Volt Solar-Batterien gespeichert werden kann.

Die Arbeitsschritte verliefen parallel und mit wechselnden Gruppenmitgliedern. Das führte dazu, dass für alle Teilnehmer die Arbeit stets vielseitig und interessant blieb.

Obwohl der Zeitfaktor enorm hoch war, arbeiteten ausnahmslos alle selbständig und engagiert mit. Gerne wurden Freizeit und der ein oder andere Termin geopfert, um weiter zu kommen und die gesetzten „Meilensteine" zu erreichen. Die hohe Motivation wurde sicherlich durch die entspannte und familiäre Atmosphäre unterstützt. In den Mittagspausen entstanden schöne und anregende Gespräche und auch klassenübergreifend kamen wir vermehrt in Kontakt.

Zwischen den Arbeitsphasen fand täglich eine Theorieeinheit statt. Hier beschäftigten wir uns sowohl mit der Konstruktion des Windrades und der Windenergie, als auch mit erneuerbaren Energien im Allgemeinen.

Der spannendste Moment war natürlich am letzten Tag, wo es hieß, den Turm mit dem Rotor aufzurichten. Dies wurde mit einer speziellen Hebelkonstruktion und einer Seilwinde bewerkstelligt und der Turm mit Drahtseilen verspannt. Als dann auch noch ein wenig Wind aufkam, der Regen sich verzogen hatte und der Rotor sich, wie von Zauberhand zu drehen begann war der Jubel riesengroß.

 

Dank

Zu guter Letzt wollen wir uns noch einmal bei unseren Leitern für die erlebnisreiche und lehrreiche Zeit bedanken.

Ein besonderer Dank gilt unseren Sponsoren, den Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners (EURO 1.500,-) und der Sparkasse Köln-Bonn (EURO 1.000-), ohne die dieses Projekt nicht zustande gekommen wäre. Herzlichen Dank!

 

Im Namen der Projektgruppe

Nora Winter (Schüler) und Hans-Joachim Peth (Lehrer)

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