Kistentheater – Fabeln

Ein Beitrag von Annette Neal (Widar Schule Wattenscheid)


Ziel dieser Epoche war es, mit dem Erzählstoff der 2. Klasse – Fabeln – eine Schreibepoche ganzheitlich zu gestalten. Neben Sprach-, Schreib- und Leseübungen, war das künstlerische Gestalten und das Theaterspielen Inhalt der Epoche. Die SchülerInnen haben hierbei verschiedene Elemente des selbstständigen Arbeitens und Lernens in Teams erprobt und angewendet.


Zusammenfassung der Ergebnisse

Durch das schrittweise Einführen des Arbeitens in Lernteams konnten sich die SchülerInnen im Bereich des selbständigen Arbeitens Kompetenzen erwerben, die sie bei Schreibübungen anwenden konnten. Beim Bau eines Kistentheaters, sowie dem Üben und Vorführen hiermit von Fabeln, erwarben sich die SchülerInnen soziale Kompetenzen in der Selbstorganisation.
 

Durchführung

Die Epoche war auf 4 Wochen angelegt. Der Ablauf und die Zeitstruktur wurden durch die Lehrerin klar vorgegeben: Der rhythmische Teil von ca. 30 Minuten stand für differenzierte Sprachübungen und für das Erlernen der Fabeltexte zur Verfügung. Dieser Teil wurde von der Lehrerin geführt. Im Mittelpunkt stand hier das gemeinsame zielgerichtete Üben. Außerdem wurde hierbei die Sicherheit für das weitere selbständige Üben mit den Fabeln angelegt. Die Lehrerin hatte vier Fabeln ausgewählt, für jede Woche eine. Die Kriterien waren: angemessenen Länge um diese im rhythmischen Teil in einer Woche auswendig lernen zu können, die Figuren sollten für das Kistentheater in 30 Min. zu basteln sein. Im Arbeitsteil von ca. 60 Min. wurde neben Schreib- und Leseübungen, ein Kistentheater von jedemR SchülerIn gebaut.

Bei den täglichen Schreibübungen wurde von der Lehrerin täglich 3 bis 5 Wörter der Fabel ausgewählt die, in Anlehnung an die Methode Fröhlers (vgl. hierzu Herr Reiser), von den SchülerInnen in Lernduos geübt wurden. Die Lernduos wurden von der Lehrerin vorgegeben und so ausgewählt, dass Leistungsgleichheit bestand. Eine gemeinsame Vorbereitung der Arbeitsteams in der Klasse fand an den ersten drei Tagen statt. Im Weiteren fand Üben der Laut und Schreibarbeit mit Arbeitsblättern in verschiedenen Stufen statt. Die Aufgabe der Lehrerin und der Praktikantin bestand darin, Hilfen zum selbständigen Arbeiten und somit Sicherheiten zu geben. Im abschließenden Teil des Hauptunterrichtes von ca. 15 Minuten wurden die Fabeln mit dem Kistentheater und kleinen selbst gebauten Figuren in Dreierteams – diese wählten die SchülerInnen selber aus – erübt und anderen Gruppen präsentiert. Für den Bau des Kistentheaters und das Erstellen der Figuren wurde täglich eine Planphase eingerichtet, wo Material und Ideen zur Gestaltung besprochen wurden. Ziel war es hier die SchülerInnen in einen aktiven Umgang mit den Fabeln zu führen und das Sprechen zu fördern. Eine exemplarische Vorbereitung des Spielens mit den Kistentheatern ging dem voran. Zum Festhalten der Beobachtungen und zum Nachvollziehen des Ablaufs führte die Lehrerin ein Forschungstagebuch mit Beobachtungen. In Gesprächen mit der Praktikantin, die zu dieser Epoche in der Klasse war, wurde der Unterricht reflektiert. In SchülerInnengesprächen wurde Haltung der SchülerInnen zum selbständigen Arbeiten besprochen.
 

Selbständiges Arbeiten

Neben den individuellen Arbeitstechniken, die die SchülerInnen erworben haben, sind bei den SchülerInnen weitere Kompetenzen zu beobachten gewesen. Neben der hohen Motivation bei der Arbeit in den Teams, waren individuelle Lernfortschritte in der Rechtschreibung zu beobachten. Die SchülerInnen beschäftigten sich intensiv mit den Fabeln und hatten eine hohe Aufmerksamkeit bei der gegenseitigen Präsentation. Zwar stand im Fokus das Erlernen der schrittweisen Einführung erster selbständiger Arbeitsmethoden, jedoch zeigten sich weitere Vorteile dieser Arbeitsweise. Die SchülerInnen konnten differenziert nach unterschiedlichem Können arbeiten. Sie zeigten durchweg höhere Motivation und mehr Aktivität im Unterricht. Die soziale Kompetenz ist gewachsen. Die intensive Beschäftigung mit den Fabeln und das verstärkte sprachliches Üben war ein erreichtes Ziel.
 

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