Heidi Engel

Ein Einbaum glitt ruhig im Strome,
im Boot kniete reglos ein Mann,
er blickte nach vorne,
die Hand hielt das Paddel,
kaum konnte man dort ihn erahnen,
wie er Wasser und Wege bezwang.

 

Wald – Baum – Holz – Blatt – Frucht
Das Große im Kleinen,
das Kleine im Großen,
bemerk‘ ich mit Freude,
beschau‘ ich genau.

 

Hinaus auf die Meere
zieh’n leuchtende Segel
auf bauchigen Kähnen,
vom Winde gestrafft.
Sie grüßen noch lange,
hell-weiß vor der Bläue
des Wassers, des Himmels,
ich schau ihnen nach.

Geduldig erwart‘ ich
die Rückkehr der Schiffe,
die Wunder der weiten Welt!

 

Wo Natur kräftig wirkt,
Knochen formt, Stein und Baum,
sah kein Aug‘ je die Tat,
hört kein Ohr je den Ton.
Nur das Denken durchdringt
die Form, die Schicht, den Stoff,
erkennt Bewegung und Ruh.

 

All überall seh‘ das All ich entfliehen,
All überall seh‘ ich’s mir sich entziehen.

Himmel und Erde, wie kann ich euch denken?
Himmel und Erde, wie kann ich euch lenken?

Warte geduldig und Antwort mag kommen,
Schaue und lausche hinaus und hinein.

 

Bang blickt vom Mastkorb der Seemann,
mag kaum melden die dunkle Bedrohung,
dort auf dem offenen Meere.

Ruft hinab nun mit Kraft: Sturm voraus!

Und die Matrosen erklimmen die Wanten,
reffen die Segel, befestigen Tampen,
machen das Schiff klar vor der Gefahr.

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