Claudia Kehrer

Nacht ist schon herabgesunken,
Mondenglanz steigt auf ins Blau.
Helle Lichter, kleine Funken,
glitzern bald im Morgentau.

Schläfer, sie regen sich,
Sonne steigt auf am Berg.
Tageslicht weckt auch dich,
frisch nun beginn dein Werk.

 

 

Früh am Morgen ein Zwitschern und Jubeln im Tann,
schnelle Vögel, sie fliegen hinauf in das Licht,
auf den Wiesen du siehst helle Blitze sodann,
wo das Licht sich in Tautröpfchen bricht.

Am Abend schlafen Vögel ein,
die Sonne sinkt, es naht die Nacht.
Am Firmament kehrt Ruhe ein,
der Mond erscheint mit aller Macht.

 

 

Nach vielen langen Jahren war Troja endlich besiegt.
Odysseus sehnte sich heimwärts, dorthin, wo Ithaka liegt.
Er wagte die Fahrt übers endlose Meer,
bezwang Riesen, Stürme und noch vieles mehr.

Schon sah er das heimatliche Land,
da öffnete einer des Windsackes Band.
Wieder lag Ithakas Küste weit fort,
Odysseus gab erneut sein Wort,
nahm das Kommando in die Hand
und fand am End sein Heimatland.

 

 

"Den Glücksstein der Troer zu stehlen
ist schwierig, ich will's nicht verhehlen!"
- "Unmöglich", so sprachen die Krieger.
"Es geht nicht!" - So spricht doch kein Sieger!

Da dachte sich einer: "Und doch will ich's wagen,
ich werde den Troern den Stein schon abjagen!"
Odysseus gelang, was sonst keiner sich traute.
Er war's auch, der später das Holzpferd erbaute.

Die Griechen gewannen nach endlosen Jahren,
so konnten sie siegreich nach Hause nun fahren.

 

 

Sieh den Quell,
wie er murmelt und glitzert so schnell,
wie er eilt über Felsen und Stein.

Hält nicht ein, plätschert fort,
ist geschwind hier und dort,
ohne Rast, ohne Ruh will er sein.

Der Bach, er wächst, wird groß und breit,
er strömt dahin, er hat doch Zeit.
Gelassen fließt der Vater Rhein,
der einstmals war ein Bächlein klein.

 

 

Dunkel ist's am Meeresgrunde.
Fische schwimmen still und leise,
drehen ruhig ihre Runde,
sind auf einer langen Reise.

Oben im Tageslicht, glitzern die Wellen hell,
Seefahrer zög're nicht, setze die Segel schnell.
Willst du die Heimat seh'n,
musst' an die Arbeit geh'n.

 

 

Steu're dein Schiff
sicher ums Riff.
Mut braucht's und Kraft,
dann ist's geschafft.

Rasch nun an den festen Steg,
den festen Steg im Hafen,
im Hafen dann beginnt der Weg,
der Weg zum Haus, dort kannst du schlafen.

 

 

In der grün-blauen Kühle, tief unten im Meer
steht die Alge, fast siehst du sie nicht.
Und das Wasser strömt sanft, wiegt sie hin und auch her,
niemals steht sie hoch oben im Licht.

Doch oben auf der Erde Grund,
da geht der Mensch mit festem Ziel.
Er hat die Wahl zu jeder Stund',
drum wähle gut, dann schaffst du viel.

 

 

Von den Bergen herab fließt der Bach,
wird begleitet von munterem Krach.
Wie es jubelt und zwitschert und brummt,
wenn die Biene und Hummel dort summt.

Doch tief im Wald, da wird es still,
dort fließt der Bach zum Teich.
Der Biber baut dort, hat ein Ziel,
baut seine Burg, den festen Deich.

Unter den Steinen beginne zu graben,
tief und noch tiefer wird langsam das Loch.
Mühe dich redlich, dann wirst du bald haben,
die Schätze der Erde - du findest sie doch!

 

 

Hoch oben steht leuchtend mit all seiner Pracht
ein farbiger Bogen, er kündet
von Hoffnung und Liebe und göttlicher Macht,
die Noah, die Menschheit und Gott stets verbündet.

 

 

Früh am Morgen, da glitzert's und funkelt's im Garten,
denn der Tau sitzt auf Blüte und Blatt.
Kleine Bienen, sie fliegen zu Blüten, den zarten,
sammeln Nektar und trinken sich satt.

In dieser bunten Farbenpracht,
die wild erscheint und schön,
da waltet der Gärtner mit all seiner Macht,
du siehst ihn täglich dort geh'n.

 

 

In sternklaren Nächten sind schön anzusehen
die Sterne, sie funkeln und strahlen so hell.
Seit ewigen Zeiten am Himmel sie stehen,
sie geben dem Schiffer die Richtung gar schnell.

 

 

Kein Baum, kein Strauch, kein Land in Sicht.
Ringsum nur Wasser, des Himmels Blau.
Woher? Wohin? Wir wissen's nicht,
der Kapitän jedoch, der weiß es genau.

Die Matrosen schrei'n: "Wir sind verloren!
Die Welt hat sich gegen uns verschworen!"
Der Kapitän lässt sich leiten von Sonne, Mond und Sternen,
das muss die Mannschaft indessen noch lernen.

 

 

Schneeflocken fliegen vom Himmel sacht,
die Welt wird weiß und still.
Gar viele sind es, doch hättest du gedacht,
dass keine der anderen gleichen will?

Schau sie dir nur ganz genau an,
du wirst niemals zwei gleiche finden.
Und so erscheint der göttliche Plan,
versuche ihn zu ergründen.

 

 

Die Fledermaus flieget mal hier und mal dort,
sie flattert so ängstlich und husch - sie ist fort.
Die Eule dagegen sitzt still und gelassen
und doch bekommt sie ihre Beute zu fassen.

 

 

Langsam und vorsichtig wandert die Schnecke,
behutsam streckt sie die Fühler nun aus.
Rotkehlchen sitzt auf dem Zweig in der Hecke,
neugierig schaut es zum Gärtner am Haus.

Rührst du die Fühler der Schnecke nur an,
zieht sie den Leib in das Haus ganz behände.
Rotkehlchen zittert, fliegt trotzdem heran
und so bekommt's den Wurm am Ende.

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