Claudia Kehrer

Des Königs Hofnarr schlug seine Possen,
ob Alltag, ob Sonntag, ganz unverdrossen.
Gefährlich waren seine Narretei'n,
denn der König konnte schnell beleidigt sein.
Aber der Narr war klug, denn er wusste
ganz genau, wann er aufhören musste.

 

 

Hin und her, kreuz und quer
jagen Winde mein Boot.
O wer sieht meine Not?
Keinen Halt gibt's im Meer!

Ich will das Meer bezwingen,
Segel und Anker habe ich hier,
sie geben Halt und helfen mir.
Die Aufgabe wird mir gelingen.

 

 

Mir zur Seite stehen
zarte Wesen, licht und klar.
Ich kann sie zwar nicht sehen
und trotzdem sind sie wahr.

Sie geben mir Kraft und Mut,
bei ihnen bin ich geborgen.
Sie geben Gewissheit: Alles wird gut!
Sie tragen mich und meine Sorgen.

 

 

Über's Meer, über's Meer lasst uns ziehen!
Setzt die Segel, die Welt zu entdecken.
Winde weh'n, Stürme geh'n, welche Schrecken.
Doch nur Mut, doch nur Mut,
denn dann wird alles gut.

 

 

Schmied in der Schmiede, schüre das Feuer,
entfache die Feuerflamme.
Der Hammer hallt hell über's Land,
wenn die wuchtige Waffe entsteht.

 

 

Wolken wogen am weiten Himmel,
Winde wehen, Sturm zieht auf.
Dunkel wird's im Tannendickicht,
Blitze zischen im Zick-Zack herab.
Mutig muss ich mitten hinein,
furchtlos finde ich meinen Pfad.

 

 

Im hellen warmen Sonnenschein maschiert der Wandersman.
"Ach, wie ist das Leben schön!" Er hüpft so dann und wann.
Da ziehen Wolken auf, es wird kalt,
der Wandersmann flüchtet sich in den Wald.

Doch es hilft nichts, er stellt sich dem Sturm entgegen,
geht mühsam vorwärts, Schritt für Schritt.
Trotzt auch mutig Wind und Regen,
Sorgfalt und Vorsicht gehen mit ihm mit.

 

 

Tief drinnen im Tannenwald
ist es dunkel und kalt.
Dort wachsen Farn, Moos und dunkle Hecken,
bunte Blumen wird man selten entdecken.

Doch sieh nur hin und schau genau,
was dort lebt im nassen Tau.
Weiße Blüten, die wie Sterne funkeln,
kleine Tiere, die man kaum sieht im Dunkeln.
In dieser Welt, so dunkelgrün,
sieht man nur selten eine Rose blüh'n.

Der Riese Goliath kam mit festem Schritt,
all seine Waffen brachte er mit.
Ihm gegenüber stand David, im Hirtengewand,
drei Steine waren in seiner Hand.
Und doch: es war der Riese, der fiel.
Der Hirte David erreichte sein Ziel.

 

 

Der Lehrling dachte am ersten Tag:
"Was mein Meister kann, muss ich können schon morgen!"
Der Meister nahm ihm diese Sorgen:
"Übe nur fleißig, was ich dir sag!
Jeden Tag ein kleines Ziel
und du schaffst im Ganzen viel!"

 

 

Dunkle Wege, hohe Tannen,
lautlos schlafen Tiere, Bäume.
Bächlein murmelt, zieht von dannen,
Rehe ziehen durch die Träume.

Siehst du die Spatzen,
Hunde und Katzen,
Bienen, Libellen,
Mücken, die schnellen?

Da ward der Träumer geweckt,
eine Biene hatte ihn geneckt.

 

 

"Das Wetter ist schlecht!
Warum lässt Gott es mich nicht machen?
Wir Bauern, wir haben doch nichts zu lachen!"
Gott beschloss: "Jetzt mach' ich's ihm recht!"

Der Bauer freute sich und begann:
ein wenig Regen zur rechten Zeit,
Sonne, damit das Korn gedeiht.
Stolz dachte er: "Was ich alles kann!"

Warum war denn nur die Ernte schlecht?
Er hatte den Wind vergessen.
Mit Gott konnte er sich nicht messen.
"Von nun an ist mir jedes Wetter recht!"

 

 

In der Nacht weht der Wind,
heult um's Haus, ganz geschwind.
Bringt auch Regen noch mit,
wilder wird nun der Ritt.

Diesem Tanz folgen Blitze und Donner noch nach,
wie es stürmt, wie es braust, alles wird davon wach.
Die Wolken ziehen fort im Nu,
am Morgen folgt sodann die Ruh.

 

 

Die Muschel träumt am Meeresgrund,
sitzt stille dort so manche Stund.
Doch da, was war's, was sie dort stört?
Ein Körnchen Sand, wie unerhört!

Es kratzt, es schabt, es lässt nicht Ruh,
die Muschel hüllt es ein im Nu.
Doch das Körnchen Sand, so störend heute,
später es alle Menschen erfreute.

Kommentar
Es wurden noch keine Kommentare verfasst.
Ihr Kommentar