Aline Bauer

Aus dem grauen Lehm der Erde,
formt der Töpfer seine Werke,
dank des kühlen Wassers Fliessen
und der Hände warmer Stärke.

Ohne Wanken, ohne Zaudern,
ebenmässig dreht die Scheibe,
dann der Schale Form sich rundet,
und Vollkommenes so zeige.

Luft und Feuer härten beide,
jetzt des Töpfers weises Tun,
und die Früchte und die Kerne,
sicher in der Schale ruhn.

 

 

In Sonnenwirbels Farbenglut
will ich auf Erden Schritte wagen
und mit Lebens Feuermut
will Wahres ich und Gutes tragen.

Und vor des Engels milder Strenge
vor seines Auges ernstem Schauen
will stehen wahr ich, und erkennen:
Auf seine Hilfe kann ich bauen.

 

 

Mit der Schleuder für die Steine,
David trifft mit Löwenmut,
jenes Riesen feiges Antlitz,
denn er zielet scharf und gut.

Mit der Harfe Saitenzauber,
spielt und singt mit edlem Klang,
er zu Ehren des Allvaters
tief empfundnen Lobgesang.

Mit dem Stabe, mit der Krone
mit des Herzens warmer Glut,
ist er Hirte, ist er König,
scheidet wachsam Bös und Gut.

 

 

Das Eisenerz im Erdenschoss
ich hebe es ans Licht empor
und trage es mit Händen bloss
durch meiner Schmiede grosses Tor.

Und glühend rot der Eisenkern
wird in des Feuers heller Glut,
und Schlag für Schlag ich treffen lern
den Amboss, - er hält stark und gut.

Mit solchen Wirkens Feuerklang
der Pflug sich formt mit meinem Schlag,
der dunkles Erdreich öffnen kann,
damit der Same wachsen kann.

 

 

Ich trage mein Haupt
unter Sternen so klar
und denke Gedanken
kristallen und wahr.

Ich führe die Schritte
auf irdischen Wegen,
ich wirke mit Händen
in Pflicht und zum Segen.

Ich liebe die Wesen
mir Freunde genannt,
ich weite die Seele
die Himmel umspannt.

 

 

Wie das Wasser will ich sein,
von den höchsten Felsen springen,
so in Glitzertropfen singen,
ruh'n als See so klar und rein.

Stürmend drängen durch die Schlucht,
bahnend mir den Weg mit Kraft,
dienend meine Welle schafft,
für der Menschenarbeit Frucht.

Immer weiter geht mein Lauf,
breiter Strom die Erde tränket,
fruchtbar werdend, Leben schenkend,
geh ich dann in Welten auf.

 

 

Edelsteine, Gold und Silber
liegen auf dem Tuch bereit,
edlen Herzens wählt der Goldschmied,
Stück für Stück mit Sorgsamkeit.

Nur mit wachsam, stillem Auge,
mit des Geistes ganzer Kraft
und mit ruhig, sichern Händen
er sein Meisterwerk erschafft.

 

 

Auf der Ewigkeit Spur
kommt mein Kahn weit daher,
und ich gleite mit ihm
über Wogen und Meer.

Mit dem Ruder in der Hand,
hab' das Steuer ich gestellt,
Stern, er zeigt mir das Ziel,
fremd und weit ist die Welt,

Auf gefahrvoller Fahrt,
halt den Kompass ich gut,
Brandung, Gischt, Strudel, Sturm,
Steuermann, habe Mut.

 

 

Mein Weg er führt zum Garten klein,
gehört nur mir, so rein und fein.

Das Beet ich hab es wohl gepflegt,
die Steine hab ich weggelegt.

Sorgsam gesät die Samen klein,
jetzt halte ich die Erde rein.

Täglich das Unkraut jäte gut,
und wehr' den Schädlingen mit Mut.

Bitte die Sonne und den Regen
um weiten Himmels reichen Segen.

Und so mit wachsam eifrig Mühen
all die Blumen hell erblühen.

 

 

Von der Höhe, in die Weite
zielt mein Aug' genau und klar
und der Weg zu jenem Schlosse
liegt im Lichte offenbar.

Stetig, mutig, ohne Zaudern,
folge ich dem Pfade hier,
und bei jenem grossen Tore,
zähme ich den weissen Stier.

Jetzt er folget meinem Worte,
seine Kraft beherrsche ich,
und dank Mut und guten Taten
rettet, führt und schützt er mich.

Fest in dem Sattel,
den Falken in der Hand,
reite ich weiter,
in fernes, neues Land.

Wache du Auge,
und blicke sicher, klar,
dort in die Weite,
das Ziel ist offenbar.

Breite die Flügel,
du Vogel, schwing dich auf,
wir spähen und wir wachen,
in sicherm, schnellem Lauf.

 

 

Dort die Welt, und hier bin ich,
an ihrer Schönheit freu ich mich.
Ich steh und schaue Berg und Tal,
des Himmels Lichter allzumal
und weiss, dass mit den Händen mein,
auch ich ein Schöpfer hier darf sein.

 

 

Wie der Hirt die Schafe führet,
tränket, - für sie sorget all,
darf ich gute Menschen finden,
die mir weisen allzumal

meines Schicksals weite Pfade,
nach des Engels wahrem Rat,
meine Füße sicher schreiten
helfen mir zu guter Tat.

 

 

Einst ich fand auf einem Pfade,
einen seltsam runden Stein,
und es klang in meinem Herzen
nimm ihn, trag ihn, er ist dein.

Jetzt ein Ahnen und ein Wissen
um der Kugel Kostbarkeit
hilft, dass ich sie treulich trage
bis zu jener, hellen Zeit,

wo mein Arm mit starken Kräften
einst entzwei die Kugel bricht
und an jenem Sonnentage:
Farbkristall er glänzt im Licht.

 

 

Die Welt ist gross, die Welt ist weit
sie zeigt mir Gottes Herrlichkeit,
im Sternenfunkeln, im Felsengrund
tut sich des Himmels Treue kund.

Mein Herz ist gross, mein Herz ist rein
es darf des Himmels Spiegel sein;
und wissend schreite ich voran
fest, gut und wahr, auf sichrer Bahn.

 

 

Ich hab' sie mir bereitgestellt,
die Hutte und den Stab,
woll'n seh'n wohin der Weg mich führt,
wie viel ich wandern mag.

Was immer ich hineingelegt,
rein' Linnen, Gold und Brot,
sie führen und beschützen mich
wenn ich allein in Not.

Dort oben schwindelnd führt ein Steg
ich schreite kraftvoll hin,
ob hier ob dort, ich komme an
mit Mut und gutem Sinn.

 

 

Sicher durch schwankende Wasserwogen,
gleitet die Arche ruhevoll hin.
Drinnen herrscht Ordnung, und Noahs Auge
wachet und wahret den Gottessinn.

All jene Tiere und die Menschen,
sind ihm vom Vater anvertraut;
und mit zukunftsreifem Wirken,
er mit ihnen Neues baut.

Hast du die Taube mit weiten Flügeln,
und dem Ölzweig im Schnabel erkannt?
Ja, im Bunde mit den Menschen
Gott den Farbenbogen spannt.

 

 

Aus dem Antlitz jeder Blume,
aus dem Glitzern im Gestein,
aus den Bahnen der Planeten,
aus den Tierlein gross und klein.

Lese ich der Welt Geheimnis,
sie der Rätsel viele stellt,
und ich schaue, forsche, taste
mich mit Staunen durch die Welt.

Auf des Schicksals weiten Wegen,
so ich suche, forsche, dränge
bis die Antwort aller Fragen
ich in Flammenschrift Dir nenne.

 

 

Wie der Bauer seine Scholle
mit dem blanken Pfluge bricht,
wie das kleine, starke Körnchen
trotzt der dunklen Erdenschicht;

wie des Lebens sprossend Keimling
zu der Sonn' den Weg sich bahnt,
und auch in der finstern Erde
helles Tageslicht erahnt,

werde ich die Wege finden,
gehen Schritt für Schritt in Ruh;
Früchte auf dem Feld zu ernten,
wandre ich dem Ziele zu.

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