Ein Blatt – drei Tage – Methode

Ein Beitrag von Ina Groß

Besonders als Klassenlehrer hat man sich in eine Fülle verschiedener Wissensgebiete fortwährend einzuarbeiten. Dabei wende ich häufig eine Methode an, die viel Originelles zutage bringen kann.

Einige Zeit vor dem Beginn einer bestimmten Epoche, nehme ich mir ein leeres Blatt. Bevor ich mich mit Büchern zu diesem Thema beschäftige, beginne ich kreuz und quer, groß und klein meine Gedanken, Begriffe, inneren Bilder, Zusammenhänge, Assoziationen usw., die für mich mit dem Thema der Epoche zusammenhängen, auf dem Blatt zu notieren. Ich mache Pfeile oder umkreise Zusammenhängendes, wenn sich mir Beziehungen ergeben. Das mache ich mit demselben Blatt mindestens drei Tage, trage Weiteres hinzu, bedenke das schon Notierte, sinne nach ….

Häufig stand am Ende dieses Prozesses eine originelle Unterrichtsidee, aus der sich die Epochengestalt wie von selbst ergab. Anschließend griff ich natürlich auch zu anderem Material und Veröffentlichungen zu dem Thema.

 

Was steckt dahinter?

Der erste Schritt dieser Art von Vorbereitung besteht darin, möglichst konsequent den Gedanken anderer Veröffentlichungen zum gleichen Thema auszuweichen.

Es braucht Zeit und Raum, damit sich eigene Gedanken niederschlagen können. Auch wenn es vielleicht befremdlich klingt: Gerade der Zustand der Ungewissheit ist ein wesentlicher. Meistens wollen wir sofort ins Zentrum einer Materie vorstoßen und am liebsten ist es uns, wenn wir das Wesentliche sogar irgendwo nachlesen können, um es hinterher eben zu „wissen“.

Mit der „Ein Blatt – drei Tage – Methode“ ist man leider oder zum Glück fast immer mit der eigenen „Mittelmäßigkeit“ konfrontiert, denn nicht selten sind die eigenen Gedanken ein Konglomerat von entfernt Gehörtem, sehr einfach Gedachtem oder nicht richtig Erinnertem. Wer möchte sich dies schon gerne eingestehen. Aber wenn man nun nicht zum Buch, Lexikon oder zum Internet greift, um sich mit Gedachtem anderer „anzufüttern“, so besteht die Möglichkeit in einen inneren Prozess mit dem Thema einzusteigen.

Wenn man dann noch das Ringen um ein Thema mindestens zweimal mit durch die Nacht nimmt, ergibt sich für meine Begriffe oft Erstaunliches.

Vielleicht haben Sie Lust bekommen, es auszuprobieren und uns Ihre Erfahrungen mitzuteilen. Nutzen Sie unten die Kommentarfunktion.

Kommentar
14.08.2017 | Christine Rauhut | Klassenlehrerin
Liebe Frau Groß, Ihr Beitrag ist ganz wunderbar und bestätigt meine Arbeitsweise und Erfahrungen. Danke, dass Sie den Beitrag hier eingestellet haben. Ganz herzliche Grüße
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