Große michaelswaage für alle  Klassen

An zentraler Stelle im Treppenhaus der Schule war eine große Waage aufgebaut worden. Dass es sich um eine Michaelswaage handelte, war unschwer an Helm und Schwert auf der einen, und einem Michaelsspruch auf der anderen Seite erkennbar. Die schwere Waagschale war durch schwarze Tücher als die "Waagschale des Bösen" gekennzeichnet. Die obere "Waagschale des Mutes" war leer.  Die gesamte Komposition gab ein leuchtendes Bild ab und lud zum Betrachten ein. 

Die gesamte Michaeli-Zeit, also vom 29. September bis Ende Oktober, durften die Klassen der Unter- und Mittelstufe in die obere Waagschale Steine des Mutes hineinlegen mit dem Ziel, die bösen Taten aufzuwiegen. Jede Klasse konnte dazu ihre eigenen Rituale finden:

 

Einzelne Kinder nahmen sich für eine eigene mutige Tat einen kleinen Stein aus einem vorbereiteten Korb im Klassenzimmer und stiegen selbständig hinauf zur Waage; eine andere Klasse hatte auf ihrem Jahreszeitentisch einen einzigen großen Stein liegen. Sie hörte von ihrer Klassenlehrerin Geschichten zum Thema Mut. Das Thema wurde an mehreren Tagen im Gespräch weiterbewegt ("Wer von euch war in dieser oder jener Situation auch so mutig?"). Zum Schluss wurde der schwere "Mutstein" gemeinsam zur Michaelswaage gebracht. 

Kurz vor den Herbstferien neigte sich die Waage zur Seite des Mutes hin, bis schließlich, am letzten Schultag, die mutigen Taten "auf die Erde gebracht" waren, also die Waagschale des Mutes den Boden berührte. Für die Klassen und Schüler, die immer wieder nachgesehen und voll Spannung den Wendepunkt erwartet hatten, war dies ein beglückender und ermutigender Moment. 

Vorbereitung:

Die große Waage war vom Werklehrer der Schule gebaut worden. Sie war für max. 25 Kilo pro Waagschale ausgelegt. Zwei Kolleginnen waren verantwortlich für die aufgebaute Michaels-Szene. Sie besprachen mit den Klassenlehrern, welche Klassen sich mit Mutsteinen beteiligen wollten. Daraufhin wurde berechnet, wie viel Kilo Stein pro Klasse in die Waagschale des Mutes hineingelegt werden durften. Die andere Waagschale wurde entsprechend beschwert. Die beiden Kolleginnen hatten die Szene während der gesamten Michaelszeit stets im Blick und brachten hier und da etwas in Ordnung, wenn Schüler sich daran vergriffen hatten. Damit sich dies in Grenzen hielt, war es wichtig, dass durch die Klassenlehrer das Michaelsmotiv ernsthaft in den Klassen lebte. Die beiden Kolleginnen achteten außerdem darauf, dass sich die Waagschale am Ende der Michaelszeit auch wirklich neigte. 

 

 

 

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