Bau einer Weidenpfeife

Weidenpfeifen kann man am besten von März bis Anfang Mai basteln. Da sind die Äste noch jung und ohne Blätter. Wichtig ist, dass die Pflanzen voll im Saft stehen. Beim Bau einer guten Weidenpfeife kommt es vor allen Dingen auf Geduld und Sorgfalt an. Schwer ist es nicht.

Sehr geeignet sind Korbweiden. Sie wachsen besonders häufig an Bächen oder auf feuchten Auen. Ihre Blätter sind 8-15cm lang und schmal (lanzettenförmig).

Suche dir einen Zweig aus, der gut 2 cm dick ist. Achte aber darauf, dass du nicht den zentralen Ast auswählt, sondern mehr einen Seitentrieb, der schnell nachwachsen kann. Sehr wichtig dabei ist, dass der Ast auf einer Mindestlänge von etwa 8 cm eine glatte Rinde hat, also keine Auswachsungen oder ähnliches. Insgesamt soll er 10-12 cm lang sein.


Absägen des Weidenzweigs

Wenn du dein Flötenholz (10 -12 cm) aus dem daumendicken Ast heraussägst, so achte darauf, dass du die Rinde zuvor mit einem scharfen Messer einmal rundherum einschneidest. Die Rinde darf beim Absägen nicht einreißt.


Luftloch

Für das Luftloch am Mundstück setzt man eine Kerbe mit zwei Schnitten. Der erste Schnitt wird senkrecht, etwa 1,5 - 2 cm vom Ende entfernt, angebracht. Er sollte 4-5 mm tief sein. Den zweiten Schnitt lässt man flach darauf zulaufen.


Weichklopfen

Nun kommt der wichtigste und kritischste Teil: die Rinde muss "weichgeklopft" werden. Dabei darf die Rinde auf keinen Fall springen! Also harten, glatten und ebenen Untergrund wählen, dann mit einem flachen Stein oder der flachen (!!!) Seite des Taschenmessers das Holz rundherum von vorne bis zum Einschnitt hinten weichklopfen.

Achtung: Das ganze funktioniert nur, wenn das Holz frisch ist und gut im Saft steht! Es kann auch mal 5 - 10 Minuten dauern.

Die Rinde sollte sich dann relativ leicht lösen und abziehen lassen. Am besten probierst du wiederholt und sehr vorsichtig, die Rinde mit der ganzen Handfläche abzudrehen. Wenn es nicht geht, weiterklopfen, irgendwann klappt es dann.


Mundstück

Nun nimmst du das Holzstück ohne Rinde und sägst es genau an der Stelle, wo du den ersten senkrechten Schnitt für das Luftloch gesetzt hast, ganz durch. Dieses kleine 1,5 - 2 cm lange Ende stellst du aufrecht hin und spaltest anschließend etwa 2 - 3 mm der Länge nach ab.


Zusammenbau

Die Schnitzarbeiten wären damit erledigt. Nun musst du die Pfeife nur noch zusammensetzen. Das Mundstück steckt du nun mit der abgeflachten Seite Richtung Pfeifenöffnung hinein. Am Ende schiebst du das hintere Holzteil der Pfeife in die Rinde. Es sollte beweglich sein

Jetzt ist die Pfeife fertig und kann gespielt werden! Durch Verschieben des hinteren Teils kannst du die Tonhöhe verändern.


Nicht für die Ewigkeit

Leider ist eine Weidenflöte kein Instrument für die Ewigkeit. Eine Zeit lang (ein paar Stunden) kann man den Kolben mit Hilfe von ein bisschen Speichel gängig halten, doch danach trocknet die Rinde unvermeidlich ein und am Folgetag kann der Pfeife nur noch selten ein Ton entlockt werden. Das ist allerdings auch nicht so schlimm, denn man kann sich ja tags darauf eine neue Flöte bauen.

 

Ein passendes Lied dazu findet ihr HIER.

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