Eine Ideenliste

Ein Beitrag von Stephanie Fabian (Mutter an der Freien Waldorfschule Mannheim)

Ein Brief an alle zuhause.


Liebe Eltern, Schüler, liebe Mitmenschen!
Angst ist ein schlechter Ratgeber und Sorgen halten uns vom Schlafen ab.
Ganz einfache Weisheiten. Aber genau die braucht es jetzt. Damit wir einen klaren Kopf behalten können, müssen wir vielleicht nicht nur unsere Hände desinfizieren, sondern gelegentlich auch unsere Gedanken reinigen. Denn das, was uns ja eigentlich genauso krank macht, sind unsere Gedanken, die uns mit Misstrauen, Angst oder Sorgen befallen. Wie wir also „hygienisch“ unseren Tag – und den unserer Familien – gestalten, darauf kommt es genauso an, wie auf ordentliches Händewaschen.

Die Lehrer haben ihre „Hausaufgaben“ schon erledigt. Sie haben den Kindern und Jugendlichen Lernpakete geschnürt, ihnen Vorgaben gemacht. Nun müssen wir für die Rahmenbedingungen sorgen, dass die Tage genutzt werden, ihnen eine Struktur geben.

Was können wir also in unseren Familien verabreden für die nächste Zeit? Denn der Unterschied ist: es ist kein Wochenende, es sind keine Ferien. Und wie lange diese Situation anhalten wird, liegt nicht in unserer Hand.

Eine Ideenliste, ganz individuell anwendbar und verhandelbar

  • Wann stehen wir auf
  • Wann frühstücken wir
  • Wo können wir uns im Haus oder in der Wohnung sportlich betätigen, wenn wir tatsächlich daheim bleiben müssen
  • Wann haben wir Lern- oder Arbeitszeiten
  • Wann kann jeder machen was er will
  • Wann treffen wir uns zur Zubereitung der Mahlzeiten
  • Gibt es Reih um jemand in der Gemeinschaft, der an jedem Tag etwas Leckeres zaubert, einen Kuchen backt, einen Nachtisch macht
  • Wann machen wir Feierabend und lassen den Abend mit einem gemeinsamen Spiel oder Film ausklingen, bei den Kleinen natürlich mit Vorlesen...
  • Kann jeder mindestens ein kreatives Projekt beginnen? Sketchdesign, Stricken, Musik machen, Ballade lernen, Zaubertricks lernen, Texte für einen Poetry Slam schreiben, ein handgeschriebenes Adressbuch erstellen, Lieblingsrezepte in ein Buch schreiben und illustrieren...
  • Können wir verabreden, dass Reih um einer dafür zuständig ist, einen Impuls für den Tag zu setzen, also vielleicht heute muss jeder nach dem Abendessen einen Witz erzählen oder so
  • Können wir verabreden, dass wenn einer mal trübe Gedanken hat, er sich auch aktiv um eine Umarmung oder ein Telefonat mit einem positiven Freund oder Familienmitglied kümmert und sich nicht in dieser trüben Stimmung einnistet
  • Wie gestalten wir die Wochenenden

Und noch viel wichtiger:

  • Kein endloses Corona-TV, einmal am Tag seriöse Informationen, möglichst nicht am Abend
  • Sich etwas vornehmen, zum Beispiel jedes Mal, wenn ich auf die Uhr schaue, schicke ich einen guten Gedanken hinaus in die Welt

Mit herzlichen Grüßen
Stephanie Fabian

Kommentar
24.03.2020 | Marie | Eurythmielehrerin
Vielen Dank für diesen tollen Beitrag!
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