Bau einer Zungenbatterie (VIDEO)

Beitrag von einer Schülergruppe aus der Freien Waldorfschule Neuwied (8. Klasse) und Herrn Winter

Graf Alessandro Volta erfand im Jahre 1800 die erste Batterie. Noch gab es allerdings keine Messinstrumente, um Strom messen zu können. Also nutze er zunächst seine Zunge dafür. Auf ihr kann der Mensch nämlich ganz leicht Strom wahrnehmen.

Halten wir beispielsweise eine 9-Volt-Batterie mit ihren Kontakten an unsere Zunge, so spüren wir ein deutliches Bizzeln - natürlich nur, wenn die Batterie noch geladen ist. Durch die Zunge fließt dann Strom.

Äußerst unangenehm kann es auf diesem Hintergrund sein, wenn wir ein Stück Alu-Papier zwischen die Zähne bekommen, das auf eine metallische Zahnfüllung trifft (Gold oder auch Amalgam). Dann fließt ebenfalls Strom und zwar über die Plombe bis zum Zahnnerv. Das tut weh! Also beim Döner-Essen immer gut darauf achten, dass man auf kein Alu-Papier beißt.

Die Zunge übernimmt hier die Funktion der Spannungsquelle und des Anzeigegerätes zugleich. Strom fließt immer dann, wenn wir zwei verschiedene, miteinander verbundene Metalle (ein edles und ein unedles) über die Zunge als Kreislauf schließen. Dann entsteht der merkwürdig säuerlich-bitterscharfe Geschmack. Alessandro Volta beschrieb ihn selbst als einen „lebhaft sauren Geschmack". Dabei bildet sich eine Spannung von ca. 0,8 Volt, je nach Spucke, das ist halb so viel wie bei einer normalen Mignonbatterie.

 

Ein Schülerversuch (weniger aufwendig als im Video)

Jeder Schüler bringt eine Gabel aus Metall mit in die Schule. Des Weiteren braucht man ein Stück Aluminiumfolie, das eine Größe von ca. 15 x 15 cm misst.

Das Aluminiumstück rollen wir sorgfältig auf. Jetzt halten wir sowohl die Gabel als auch den Aluminiumstreifen links und rechts wie Kontakte an unsere Zunge. Zunächst sollten sich Gabe und Alustreifen außerhalb des Mundes nicht berühren. Führt man nun beide Enden zusammen, spürt man sofort das Bizzeln. Auf diese Art kann man den Strom wie ein- und ausschalten.

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