Wäscheklammerrennen

Ein Beitrag von Christian Imann (Integrative Waldorfschule Emmendingen). Das Projekt nahm einen ähnlichen Rahmen wie beim Mausefallen-Mobil ein.

ARBEITSAUFTRAG (10. Klasse Physik):

„Konstruieren Sie ein Fahrzeug, gleich welcher Art, welches allein durch 4 gespannte Wäscheklammern angetrieben wird.“

 

Rückblick auf das Pegrace 2009

Das diesjährige Wäscheklammerrennen wurde erfolgreich und unter reger Anteilnahme durchgeführt. Etwa zwanzig Fahrzeuge - vorwiegend von Schülern der 10. Klasse, aber auch aus den Klassen 11 und 4 - starteten mit z.T. beachtlichen Ergebnissen.

Der Spurt über 2 m wurde in einer Bestzeit von 1,35 s vom Nightmare Project (Elias Findeisen, Kl. 10) absolviert.

Fünf Konstruktionen durchmaßen am Renntag das gesamte Foyer auf einer Strecke von acht Metern. Die größte Weite konnte zumindest für die Carbona (Raju Tidemann, Kl. 11) im Anschluss an die Schulfeier in der Elzhalle mit ca. dreißig Metern bestimmt werden.

Das Spektrum der technischen Umsetzung - ein Fahrzeug durch vier Wäscheklammern anzutreiben - war breit gefächert und reichte vom Einbau maßgefertigter Drehteile, den Einsatz von Kohlefaser- und Balsaholzelementen zur Gewichtsminimierung bis hin zu Objekten aus Alltagsgegenständen und viel Heißkleber. Wiederum wurden reichlich CDs, LPs aber auch Frisbeescheiben und Konservendeckel verbaut.

Die technischen Probleme sind jedoch für Mausefallen und Wäscheklammerantrieb dieselben. Die Reibung im Fahrzeug muss minimiert, die Haftung der Räder jedoch maximiert werden. Einge Fahrzeuge zeigten auf der Startlinie beindruckende „Wheelies" - also ein kraftstrotzendes Räderdurchdrehen - gelangten letztlich doch kaum über die Halbmetermarke.

Es kann nach Möglichkeiten gesucht werden, den Energiegehalt der gespannten Klammern zu erhöhen - Carbona und OceanRacer (Anna Häringer, Kl. 10) entwickeln hierbei nahezu optimale Lösungen. Nicht zuletzt muss eine Art Freilauf konzipiert werden, so dass das gegen Ende nur noch rollende Fahrzeug die Klammer nicht wieder „aufzieht".

Doch auch die persönlichen Konflikte bleiben dieselben. Welche Ziele stecke ich mir? Wie hole ich mir Hilfe, ohne mir das Projekt aus der Hand nehmen zu lassen? Wie plane ich meine Arbeit und wie ernst nehme ich diese Planung? Wie stehe ich zu meinem Ergebnis, distanziert oder identifiziert? Wie gehe ich mit Misserfolg und auch mit Erfolg um?

All dies reflektierten die Schüler in Präsentation und Dokumentation. Für mich war es ausgesprochen interessant, die Schlüsse jedes Einzelnen aus diesem Prozess zu vernehmen. Mit leisem Lächeln bemerkte ich den feinen Unterschied zwischen den Worten „Ich lernte, dass ich beim nächsten Mal .... werde" und „Ich lernte, dass ich beim nächsten Mal ....sollte".

Ich bin sehr zufrieden mit den Leistungen und stolz auf jede(n) der Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Das Feedback von Schülern, Kollegen und Eltern ist bejahend und kräftigend.

Auch im kommenden Jahr wird es ein Wäscheklammerrennen zweiter Generation geben. Die kommende 10.Klasse wird zu Beginn des Projektes die Stärken und Schwächen der diesjährigen Konstruktionen ausloten und die bislang erreichten Ansätze weiterentwickeln. Doch jeder und jede, der/die nicht die Chance hat, sich in der 10. Klasse unserer Schule mit der Mechanik auf diese Art auseinander zu setzen, ist herzlich eingeladen, mit der eigenen Entwicklung im nächsten Jahr zu einer ähnlichen Zeit am Wäscheklammerrennen 2010 teilzunehmen.

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