Die braune Waldameise

  • Die Ameise gilt seit den ältesten Zeiten als Sinnbild des Fleißes. Sie gehört zu den Hautflüglern. In jedem Ameisenhaufen finden sich Männchen, Weibchen und Arbeiter. Die Männchen haben immer, die großen Weibchen nur im Hochsommer 4 zarte, häutige Flügel. Die ungeflügelten Arbeiter sind am kleinsten und werden bei der Waldameise etwa 7 mm lang. Der dicke Kopf mit den kleinen Augen trägt gekniete Fühler und sehr starke Fresswerkzeuge. Die schmale, rötliche Brust hängt mit dem dicken, braunen Hinterleib nur durch einen dünnen Stiel zusammen. Die langen dünnen Beine sitzen unten an der Brust. Am Ende des Hinterleibes befindet sich ein Bläschen, welches einen stark riechenden, scharfen Saft (die Ameisensäure) ausspritzt, wenn die A. gereizt wird. Die Waldameisen leben in großen Gesellschaften als wohlgeordneter Staat in Nadelwäldern. Hier bauen sie an trockenen Stellen die hügelförmigen Ameisenhaufen aus locker übereinander gelegten Fichtennadeln, Holzsplittern, Blättern, Erde u. dgl. Im Innern finden sich zahllose Gänge und Zellen (Kämmerchen). Von dem Bau führen gebahnte Haupt- und Seitenwegen in den Wald. Die Nahrung der A. besteht vorzugsweise in Pflanzen- und Tiersäften; sie benagen aber auch Früchte und tote Tiere; besonders lieben sie den süßen Honigsaft der Blattläuse.
     
  • Im August „schwärmen" die geflügelten Männchen und Weibchen und fliegen fröhlich in der Luft umher. Die Männchen sterben bald; die Weibchen fallen zu Boden, beißen einander die Flügel ab und legen dann viele, kaum sichtbare Eier in die verschiedenen Räume des Haufens. Nach einigen Tagen kriechen aus ihnen weiße, fußlose Maden, welche von den Arbeitern sorgfältig gefüttert und gepflegt werden. Nach 14 Tagen verpuppen sie sich und werden fälschlich „Ameiseneier" genannt. Nach etwa 3 Wochen schlüpfen aus den Puppen die Ameisen aus. Ist ein Stock übervölkert, so wandern die jungen Arbeiter unter Anführung einiger Weibchen aus und gründen eine neue Kolonie. Getrocknete Ameisenpuppen sind ein geschätztes Futter für manche Stubenvögel.
     
  • Die Arbeiter sind beständig in reger Tätigkeit. Wie auf Kommando hält eine Anzahl von ihnen gleichsam Schildwache vor den Türen; andere füttern und pflegen die Larven, sonnen die Puppen und füttern und bedienen die Männchen und Weibchen, die nicht arbeiten. Wieder andere bessern die Wohnung aus; viele schleppen Nahrung und neues Bauholz herbei, Lasten, die vielmal schwerer sind als sie selbst. Hat sich ein Tierchen zu viel aufgebürdet, so kommen alsbald andere, die ihm brüderlich beistehen. Die Ameisen desselben Stockes kennen einander; unterwegs begrüßen sie sich bisweilen, indem sie sich mit ihren Fühlern betasten und streicheln. Fremdlinge dulden sie nicht in ihrem Haus; ja manchmal kommt es zu förmlichen Kriegen zwischen benachbarten Haufen. Abends werden die Eingänge verrammelt, morgens wieder geöffnet. Im Winter gehen die Ameisen tiefer in die Erde und verbleiben bis zum Frühling in Erstarrung. Vorräte legen sie nicht an. - die Ameise ist ein Sinnbild des Fleißes.
     
  • Die Rossameisen bilden bei uns die größte Art; ihre Arbeiter werden 10 mm lang. Die gemeine schwarze, sowie die rote Ameise (je 4 mm) sind beide mit einem feinen Stachel bewaffnet.

 

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