Steckbrief: Steinadler

Aussehen

  • Das Gefieder des Steinadlers ist dunkelbraun mit einer goldbraunen Tönung; deshalb heißt er im Englischen Golden Eagle.
  • Steinadler gehören zu den Greifvögeln und sind die größten Vögel der Alpenregionen.
  • Sie erreichen eine Länge von etwa 80 - 100 cm Länge und ein Gewicht von durchschnittlich 3,7 kg (Männchen) etwa und 5 kg (Weibchen).
  • Die Spannweite beträgt bis zu 2,30 m.
  • Bei Altvögeln ist die Gefiederfärbung fast einheitlich dunkelbraun, Scheitel und Nacken sind goldgelb.
  • Jungvögel besitzen ein weißes Feld an der inneren Handschwinge, außerdem einen Schwanz mit breiter dunkler Endbinde. Die weiße Färbung verschwindet mit zunehmendem Alter.
  • Adler haben einen Hakenschnabel.
  • Die Beine (Fänge) sind bis zu den sehr kräftigen gelben Zehen befiedert.
  • Der Adler ist völlig durchzogen von einer Anzahl geräumiger Luftsäcke, die vor allem während des Fliegens einen kräftigen Luftstrom durch die Lungen ein- und ausströmen lassen und die wieder zusammenhängen mit den Lufträumen der hohlen Knochen.

 

Jagd

  • Steinadler jagen meist in offenen oder halboffenen Landschaften im bodennahen Flug unter optimaler Ausnutzung jeglicher Deckung. Sie gleiten dabei dicht an Hängen entlang, über Kuppen und kleine Hügel und versuchen ihre Beute auf kurze Distanz zu überraschen. Häufig wird auch von einem Ansitz aus gejagt.
  • Die Vögel nutzen meist den Überraschungseffekt, indem sie die Beute von hinten anfliegen.
  • Steinadler sind außerordentlich kräftig und sehr geschickt. Sie erbeuten regelmäßig Tiere, die erheblich schwerer sind als sie selbst.
  • Nahrungstiere sind Murmeltiere, Schneehasen, Katzen, Dachse, Füchse, Ratten, aber auch Fallwild und Raufußhühner, junge Steinböcke und Rehkitze. Sehr große Beutetiere werden in den Kopf gegriffen. Der Steinadler schlägt dabei seine Krallen durch die Schädeldecke in das Gehirn.
  • Der Adler kann stundenlang am Himmel Kreise ziehen. Er lässt sich von der aufsteigenden Luftbewegung tragen.
  • Wenn der Adler auf den Boden kommt und zu laufen versucht, wird es hingegen ein sonderbares ungeschicktes Gehumpel.
  • Der Adler hat sehr scharfe Augen. Wollte der Mensch so gut sehen wie der Adler, so müsste er ein Fernglas mit sechsfacher Vergrößerung nehmen.
  • Während der Mensch etwa 18 Bilder in der Sekunde unterscheiden kann, vermag der Adler dies noch bei 150. Das Schmecken und Riechen ist nur schwach entwickelt.

 

Horst

  • Steinadler sind großteils Felsenbrüter. Sie legen ihre Horste auf Felsvorsprüngen und Halbhöhlen an.
  • Das große Nest wird grob aus Stöcken und Zweigen zusammengebaut. Jedes Jahr benutzen die Tiere denselben Horst und fügen weiteres Material hinzu; so kann er schließlich einen Durchmesser von 1,8 Metern und eine Höhe von zwei Metern erreichen.
  • Steinadlerpaare bleiben zeitlebens beieinander; sie besiedeln ganzjährig ihr Brutrevier, in dem sie verschiedene Horste anlegen können.

 

Brut und Aufzucht

  • Legebeginn ist Ende Februar bis März. Selten wird nur ein Ei, zumeist jedoch zwei Eier, ausnahmsweise drei Eier gelegt.
  • Der Legeabstand der Eier beträgt 3-5 Tage, deswegen schlüpfen die Jungen auch in zeitlichem Abstand.
  • Kaum sind die kahlen, nässlichen Jungen aus der Schale gekrochen, bringen die Eltern auch schon tote Tier herangetragen. Und dann wird mit großer Gier gefressen; trotz­dem bleiben doch viele Reste der Mahlzeit im Nest herumliegen, wodurch eine abscheuliche Zersetzungs-Atmosphäre entsteht.
  • Kaum ist eines der Jungen etwas kräftiger als die anderen, so greift es diese an und tötet sie oder versucht, sie aus dem Horst zu werfen. Immer wächst nur ein einziges Junges heran.
  • Die Brut dauert 40-50 Tage; das Weibchen brütet, während das Männchen die Nahrung herbeischafft bzw. kurzfristig auch das Brutgeschäft übernimmt.
  • Nach etwa 75-80 Tage Nestlingsdauer sind die Jungen flugfähig und verlassen den Horst.
  • Die Geschlechtsreife erreichen sie mit ca. 5 Jahren.

 

Fressverhalten

  • Der Adler schlingt seine Beute in großen Stücken herunter.
  • Nach dem Drüsenmagen folgt der kräftige Muskelmagen, der die Nahrung mechanisch bearbeitet. Er hat die gleiche Funktion wie bei den Säugetieren das Maul mit den Zähnen.
  • Der Adler leistet nur sehr Geringes auf dem Gebiet der Stoffumwand­lung.

 

Mythen - Symbol

  • Wegen seiner Größe, seiner meisterhaften Geschicklichkeit in der Luft und der Unzugänglichkeit seiner Horste in bewaldeten und bergigen Gegenden gilt der Steinadler seit alters her als Symbol für Mut und Kraft.
  • In römischen Mythen wird er mit dem Gott Jupiter in Verbindung gebracht. Er war das Wappentier römischer Legionen, der Franzosen unter Napoleon, der russischen und österreichisch-ungarischen Großreiche und ist Symbol der Bundesrepublik Deutschland.
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