Ich bin ein Huhn - mein Name ist Lucy

Schüler der Freien Waldorfschule Wiesbaden

Erlebnisse der 4. Klasse

 

Mein Name ist Lucy

Hallo, ich bin ein Huhn. Mein Name ist Lucy und ich lebe in einem kleinen Stall. Wenn ich normalerweise rede klingt das z.B. so: „Boog, bog, bog, booog."  Was so viel bedeutet wie „Ich lege gleich ein Ei!". „Bog" bedeutet „Mir geht es gut, ich esse" oder „Gog, gog. gog?" heißt „Wo bist Du?" , „Wer bist Du?". „Bog, bog, borg!", „Ich hab ein Ei gelegt!".
Nun nicht so viel von meiner Sprache, lieber mehr vom Huhn sein. An meinem ersten Tag bin ich aus einem bräunlichen Ei geschlüpft. Dann war ich ein kleines, gelbes Knäuel. Nach einem Monat war ich etwas zwischen Huhn mit Federn und Küken mit Flaum. Und dann war ich endlich ein Huhn und habe nach elf Monaten mein erstes Ei gelegt. Es gibt viele Hühnerrassen. Ich bin ein Orpington Huhn.

So sieht mein Tag aus: Wenn ich aufwache, schläft meine Freundin Pisa schon lange nicht mehr. Nach ungefähr zehn Minuten werden wir dann aus dem Stall gelassen. Wenn es geschneit hat, bleibe ich im Stall und stelle das Eierlegen ein, weil es mir zu kalt ist. Wenn das Wetter o.k. ist, gehe ich raus und suche nach Regenwürmern oder esse eingeweichte . Brötchen und Körner. Dann gehe ich nach oben zum Haus und trinke ein wenig Wasser. So fängt mein Tag an. Danach gehe ich zu meiner Dreckmulde und pudere mich ordentlich ein. Dabei ersticken die Milben und anderes Ungeziefer, das vielleicht in meinem Gefieder lebt. Die Mulde wird vom Scharren immer tiefer.

 

So sehe ich aus:

Apropos, meine Füße haben fünf Zehen, nicht wie manche denken nur vier. Sie sind so zusammen gefügt: Vorne drei, hinten ein und oben an meinem Beinchen noch eine kleine Zehe. Mein Frauchen hat mir die Krallen mal lackiert. Damit war ich noch schöner.
Und wo wir schon bei den Körperteilen sind, sind jetzt die Flügel an der Reihe. Die Flügel haben an jeder Seite neunzehn Federn, ich habe selbst nachgezählt. Leider kann ich mit meinen Flügeln nicht fliegen, sondern nur flattern. Das ist bei allen Hühnern so!
Das nächste Körperteil „Bog" ist ja der Federschwanz. Der Schwanz ist hoch oder tief. Meiner ist tief. Er ist fluffig oder glatt, lang oder kurz. Meiner ist lang. Gut! Fühlt mal wie weich meine Federn sind. Man kann sogar Bettdecken damit füllen. Die Augen sind nicht wie bei euch mit den Lidern von oben nach unten sondern von unten nach oben. Der Schnabel hat zwei Luftlöcher und die Zunge darin ist spitz zulaufend und glatt. Auf meinem Kopf habe ich einen roten Kamm. Rechts und links von meinem Schnabel habe ich zwei Kehllappen. Meine Kehllappen sind größer als die meiner Freundin Pisa. Das heißt: „Ich bin der Chef!". Jetzt kommt das Gefieder. Bei meiner Rasse sind wir stark gefiedert und fluffig. Uns gibt es in gelb, porzellanfarben, schwarz-weiß gefleckt, weiß, schwarz, braun, grau, braun-gesäumt (das bin ich), rebhuhnfarben und gestreift. Und noch ein paar Farben.

Abends gehe ich dann ins Bett. Dann kommt mein Frauchen und macht das Türchen zu. Dann schlafe ich ein bis zum nächsten Morgen. Übrigens werde ich nie gegessen sondern nur geknuddelt. Gute Nacht und „Bog"!

Lucy Mewes

 

 

Das Küken

Aus befruchteten Eiern schlüpfen unsere Küken. Ohne Hahn können wir keine Küken bekommen. Wenn Küken schlüpfen, sind sie noch mit Eiweiß befeuchtet. „Bog gog". Sobald unsere Küken trocken sind, sind sie erst so süß wie ich auf dem Bild. Und sie können gleich picken und müssen nicht gefüttert werden.

 

Der Hahn

Der Hahn ist ein männliches Huhn „Bog gog". Ich habe keinen Hahn in meiner Gruppe. Ich höre jeden Morgen sein schönes Krähen. Er ist leider nur unser Nachbar. Ich würde ihn gerne kennen lernen! „Gorog". Hähne erkenne ich immer an ihrem großen Kamm und an ihren langen und bunten Schwanzfedern. Manche Leute sagen, dass Hähne schöner wären als Hühner. Aber das kann nicht sein, denn ich bin doch schon so schön. Außerdem legen sie keine Eier. Ich mag sie trotzdem.

 

Die Henne

Eine Henne ist ein Weibchen so wie ich. Wir Hennen legen Eier. Es ist interessant in welchen Farben unsere Eier sind. Z.B.: dunkelbraun, weiß, grünlich, gesprenkelt (die lege ich), getupft, braun und hellbraun. Hennen sind kleiner als Hähne, im Durchschnitt drei cm kleiner. Wir Hennen legen auch Eier, wenn kein Hahn da ist. Wenn wir Küken haben, heißen wir Glucken. Unsere Küken sind sehr sehr süß!

Kommentar
13.03.2019 | Friedrich Seidenfaden | ehemaliger Klassenlehrer und Handarbeitslehrer
Ein guter und sehr gut begründeter Beitrag über das Fach Handarbeit, der es in sich hat und das Thema wirklich anfasst - Warteschlange. Umfassend beschrieben, geradezu erstaunlich, dass von diesem Fach einmal etwas kommt, das ansonsten im Waldorfzusammenhang eher als unterbelichtet gilt, was Lehrpersonal und Thematik des Unterrichts betrifft. Vielen Dank für die Darstellung und die damit verbundene Arbeit, vor allem für die intellektuelle Leistung auch in der Ausdauer der Beschreibung in diesem Zusammenhang des sonst eher als tütelig und hausbacken bekannten Faches.
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