von Johanna Mülleder

(Freie Waldorfschule am Kräherwald / Stuttgart)

Es soll hier ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass das folgende Epochenheft der individuellen Schwerpunktsetzung der oben genannten Autorin entspricht und somit keine Allgemeingültigkeit besitzt. Es dient der Anregung und Vorbereitung des Klassenlehrers.

Das Epochenheft mit all seinen Bildern
stammt von Sophia
aus der 4a.

 

Das Rind

(Eine Zusammenfassung von den SchülerInnen: Sophia, Konstantin, Jared, Rebecca, (ergänzt und etwas verändert))

Wenn wir in den Alpen wandern, sehen wir manchmal Rinder, die „faul" auf der Wiese liegen und kauen.

Nichts bewegt sich außer dem Schwanz und den Ohren, die die Fliegen wegscheuchen und dem Maul natürlich. Rinder haben einen massigen, schweren Körper. Es müssen ja allein vier Mägen und ein 60 Meter langer Darm in ihrem Leib Platz finden. Ihre Hauptbeschäftigung ist das Fressen, Wiederkäuen (zusammen etwas 15 Stunden täglich) und Verdauen.

Sie haben vier recht dünne, aber starke Beine. Ihre Kauen aus Horn sind in zwei Zehen gespalten. Der längliche Kopf trägt zwei Hörner. Der Stier ist das männliche Rind, die Kuh das weibliche, ein neu geborenes Tier heißt Kalb.

Mit ihren dunklen „Kuhaugen" sehen die Rinder nicht so gut, dafür riechen und schmecken sie umso besser. So können sie die guten von den unbekömmlichen Kräutern und Gräsern unterscheiden. Vier mal am Tag fressen sie riesige Mengen Gras (etwa 1/8 ihres Körpergewichtes), das sie mit ihrer Zunge umschlingen und einem Ruck und einem Druck gegen den Oberkiefer ausrupfen.

Die Nahrung kommt zuerst in den Pansen, der 150 l umfasst. Nachdem das Futter von Magensäften durchsetzt wurde, gelangt es in den Netzmagen. Dieser schickt es in kleinen Portionen wieder in die Mundhöhle zurück, wo es wiedergekäut wird. Dann kommt die Nahrung in den Blättermagen. Dort wird ihr von den herabhängenden „Blättern" ein großer Teil der Flüssigkeit entzogen. Im Labmagen schließlich wird die Nahrung von den Magensäften völlig verwandelt und in dem langen Darm werden die Lebenssäfte des Futters in das Blut aufgenommen. Die unverdaulichen Reste gelangen als duftender Mist auf die Weide zurück. So düngt das Rind seine eigene Futterwiese.

Wenn die Kuh ein Kälbchen geboren hat, gibt sie auch Milch. Damit die Milch nicht versiegt, müssen Kühe jedes Jahr ein Kälbchen zur Welt bringen.

 

Der Löwe

(Eine Zusammenfassung von den SchülerInnen: Janina, Laetita, Sophia, Luc, Josefa (ergänzt und etwas verändert))

Der Löwe gilt als der König der Tiere. Seine große Mähne gleicht einer Krone. In der heißen Savanne Afrikas liegt an einem schattigen Platz ein Rudel Löwen. In einem Rudel leben zwei bis drei Löwen und fünf bis zehn Löwinnen. Viele Stunden liegen sie nur einfach da und dösen. Manchmal reiben zwei Löwinnen zärtlich die Köpfe aneinander und geben sich ganz dem Wohlgefühl hin.

Plötzlich stehen zwei Löwinnen auf, sie haben eine Herde Zebras entdeckt. Langsam schleichen sie sich mit weiteren Löwinnen durch das hohe Gras an. Sie bilden um die Herde einen Kreis. Wenn ein Zebra in der Nähe frisst, springt eine Löwin los. Die Zebras ergreifen die Flucht, aber da sind ja noch die anderen Löwinnen, die aus nächster Nähe auf ihr Opfer springen und die Tiere schnell mit einem Genickbiss töten. Jetzt erscheinen die Löwen am Riss, sie dürfen zuerst fressen, danach die Löwinnen und erst dann die kleinen Löwen. Ein ausgehungerter Löwe kann bis zu 45 kg Fleisch fressen. Ist der Hunger gestillt gehen sie zu einem Fluss oder See um zu trinken. Während es am Riss wild und ungestüm zugeht, sind sie jetzt wieder die friedlichsten Tiere.

Alle zwei Jahre bekommt die Löwin zwei bis vier zuerst noch blinde Löwenbabys. Um die Jungen auf die Welt zu bringen, geht die Löwin in ein sicheres Versteck, in eine Höhle oder ein dickes Gestrüpp, geschützt vor Hyänen. Nach sechs Wochen kehrt die Löwenmutter zum Rudel zurück, wo die anderen Löwinnen mit ihren Jungen warten. Die kleinen tapsigen Löwenkinder sind am Anfang sehr verspielt und raufen sich miteinander.

Erst mit 6 Jahren sind Löwen ausgewachsen. Die männlichen Löwen schützen das Rudel. Unter lautem Brüllen vertreiben sie die Feinde.

 

Der Adler

Im Hochgebirge, dort wo die Sonne der Erde am nächsten ist, lebt der Steinadler. Majestätisch erhebt er sich aus seinem Horst, wenn sich morgens nach Sonnenaufgang die Luft erwärmt hat. Mit seinen mächtigen Schwingen (etwas 2 m Spannweite) lässt er sich von den Lüften tragen und zieht ruhig Kreise.

Dem scharfen Blick des Adlers entgeht nichts, was unten auf der Erde geschieht: Ein Murmeltier sitzt auf einem Stein. Blitzschnell stößt der Adler mit angelegten Flügeln in die Tiefe und packt mit den scharfen Krallen seiner Fänge die Beute.

Er trägt das zappelnde Tier in seinen Horst, wo er es mit Haut und Haaren verschlingt. Was er nicht verdauen kann - Federn, Haare und kleine Knochen - spuckt er als Gewölle wieder heraus.

Die Erde liebt er nicht. Nur unbeholfen kann sich der König der Lüfte hier fortbewegen. Sein golden-braunes Federkleid ist leicht und selbst seine Knochen sind teilweise mit Luft gefüllt. Alles ist an ihm so ausgebildet, dass er die Erdenschwere überwinden kann. Die Adler sind treue Gefährten. Ihre Ehe ist fürs Leben bestimmt. Gemeinsam bauen sie ihre Horste und ziehen ihre Jungen groß.

 

Die Schwalben (ein Klassenaufsatz)

Die Schwalbe ist eine der besten Flugkünstler. Gegen Ende März, Anfang April kommen die Schwalben wieder zu uns aus den Tropen Afrikas. Die Schwalben können bis zu neun Stunden in der Luft bleiben. Sie legen elegante Bögen hin. Sogar fressen und trinken können sie im Flug. Sie fliegen ganz nah am Wasser vorbei, trinken ein Schlückchen, dann fliegen sie wieder hoch. Die Schwalben sind sehr leicht. Sie wiegen nur 19 g. Auch im Nestbau sind sie große Künstler. Ihre Nester bauen sie aus Lehm und Stroh. Sie kleben sie an Hau-, Scheunen- und Stallwände. Ein Schwalbenpaar braucht für den Nestbau nur etwa eine Woche.

Ist das Nest bezogen, legen die Weibchen vier bis sechs Eier. Die Jungen schlüpfen schon nach 14 Tagen. Die Eltern haben nun sehr viel zu tun. Um genügend Futter zu fangen, müssen sie bis zu 600 km am Tag fliegen.

Schon nach drei Wochen werden sie flügge. Eine Schwalbenmutter bekommt zweimal im Jahr Junge. Im September sammeln sie sich unter Büschen und bereiten sich auf die lange, gefährliche Reise nach Afrika vor. Dort sind sie dann die häufigsten Singvögel.

 

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