Eichen im Klassenzimmer pflanzen

Für Schüler ist es überaus faszinierend, wie sich aus der Eichel das kleine Eichenpflänzchen bildet. Man kann diese Entwicklung sehr schön in Blumentöpfen auf der Fensterbank des Klassenzimmers beobachten.

 

Der folgende Beitrag ist der Homepage wald.lauftext.de entnommen.

Eichen kennt man vor allem als knorrige, mächtige Bäume. Aber auch sie haben natürlich klein angefangen. Wie aus einer Eichel - die ja nichts anderes ist als ein Samen - ein Bäumchen wird, zeigen die Abbildungen auf dieser Seite im Zeitraffer. Zwischen dem ersten und dem letzten Bild liegen drei Wintermonate. Bis aber ein solches Bäumchen selbst Eicheln hervorbringt, vergehen etwa fünf Jahrzehnte.

 

Vielen alten Völkern galten Eichen als heilige Bäume. Die Germanen weihten sie dem zweithöchsten ihrer Götter: Donar. Römische Stämme hielten Eichbäume für den Sitz Jupiters, ihres höchsten Gottes. Selbst im fremden Japan kannte man einen Eichengott.

Auch die Kelten verehrten Eichen. Ihre Druiden, die Stammespriester, pflegten vor allem die Misteln von Eichbäumen zu schneiden, denen sie Zauberkräfte zuschrieben. Die Bezeichnung "Druide" bedeutet vermutlich nichts anderes als "Eichen-Kundiger".

Die Entwicklung des Keimlings aus einer Eichel können Sie gut selbst beobachten und sich ganz nebenbei Ihre eigene Eiche ziehen. Sie brauchen dazu keine Ausbildung als Gärtner oder als Förster zu absolvieren. Alles, was Sie brauchen, ist Erde, Wasser, Sonne, eine Eichel und Geduld.

Die Eichel besorgen Sie sich, indem Sie danach unter einem Eichbaum suchen - am besten im Frühjahr, nach der Schneeschmelze. Wenn's geht, sollte die Eichel schon aufgeplatzt sein, damit man sicher sein kann, dass sie auch keimt. Als Erde eignet sich natürlich die am besten, die man in direkter Umgebung einer alten Eiche findet. Auf den Behälter kommt's dagegen nicht weiter an - er sollte nur flach sein. Gut geeignet sind zum Beispiel Laborschalen, wie Fotografen sie zum Entwickeln der Bilder benutzen.

Nun füllen Sie die Schale mit der Erde und legen die Eichel obendrauf - fertig! Mehr müssen Sie nicht tun. Nichts weiter, als darauf zu achten, dass die Erde immer gut feucht bleibt. Nach einer Woche wächst waagrecht aus der Eichel eine Wurzel, etwa einen Zentimeter lang; dann knickt sie plötzlich rechtwinklig ab und senkt sich kerzengerade in die Erde. Beinahe gleichzeitig - während die Wurzel sich ins Erdreich zu bohren beginnt - treiben Spross und Blätter der Eiche aus. Ist die Wurzel im Boden verschwunden, so lässt sich ihr Wuchs zwar nicht mehr beobachten, aber Versuche haben gezeigt, dass Wurzel und Keimling fast immer gleich lang sind. Sobald die Wurzel den Boden der Schale erreicht hat, wächst sie notgedrungen waagrecht weiter.

Notgedrungen; denn eine Eiche ist ein Pfahlwurzler; das heißt, sie treibt die Wurzel senkrecht in die Erde, wenn sie nicht daran gehindert wird.

Was Sie jetzt noch brauchen, ist Geduld und Sonnenschein; dann können Sie nach drei bis vier Wochen die ersten Blätter Ihrer selbstgezogenen Eiche bestaunen.

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