Klatschmohn

Hans Reismann

Zu den farbenprächtigsten Boten des Sommers zählt der Klatschmohn. Er blüht zwischen Mai und Juli und wird 20 - 80 cm hoch. Der Klatschmohn hat einen haarigen Stängel, an dem ebenfalls behaarte, stark gezahnte Blätter sitzen. Am Ende des dünnen Stängels befindet sich immer nur eine Blüte. Sie ist scharlachrot und hat vier Kronblätter. Diese sind hauchdünn und erblühen jeweils nur 2-3 Tage. In der Mitte steht ein Stempel mit einer scheibenförmigen Narbe. Dunkelviolette Staubblätter umgeben den Stempel. Nach der Bestäubung bildet sich aus dem Fruchtknoten eine eiförmige Kapsel. Wenn die Samen reif sind, öffnen sich unterhalb der Narbenscheibe kleine Löcher, durch die die Samen bei Wind herausfallen.
 


Der Klatschmohn liebt sonnige, trockene Standorte. Oft findet man ihn in Getreidefeldern, an Wegrändern oder auf Schutthalden. Die intensiv roten Blätter des Klatschmohns dienten früher zur Herstellung von roter Tinte und zum Färben von Stoffen.

Ein Verwandter unseres Klatschmohns ist der Schlafmohn. Er wird bis zu 1,5 Meter hoch. Die runden Samenkapseln des Schlafmohns enthalten einen Milchsaft, der getrocknet Opium heißt. Daraus kann man unter anderem die Droge Heroin herstellen. Das Züchten und Pflanzen von Schlafmohn ist in Deutschland verboten. Unser Klatschmohn enthält diese Inhaltsstoffe nicht. Der Mohnsamen, der beim Backen verwendet wird, kann unbedenklich genossen werden und hat keine berauschende Wirkung.
 

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