Moose, der Wald im Wald

Moose bilden wunderschöne, grüne, dichte Teppiche am Waldboden. Es ist ganz weich und es fühlt sich wunderschön an, barfuß darüber zu laufen. Wenn man die einzelnen Moospflänzchen mit einer Lupe betrachtet, gleichen sie einem kleinen Wald im Wald.

Alles Lebendige kommt ursprünglich aus dem Wasser. Vor den Tieren verließen vor langer Zeit die Pflanzen die Ozeane und eroberten das Festland. Das Moos war dabei besonders erfolgreich. Es eroberte alle Kontinente, selbst eisige Gebiete und auch Wüsten. Was machte die Moose so erfolgreich?

Moose gehören zu den ältesten Landpflanzen. Sie sind sehr anspruchslos und verfügen im Vergleich zu anderen Pflanzen über einen einfachen Bauplan. Zwar sieht es so aus, als hätten sie eine Knospe, einen Stängel, Blättchen und Wurzeln, aber streng genommen ist dies gar nicht so. Ihre Wurzeln sind eigentlich nur kurze Haftwurzeln. Mit ihnen können sich die Moose auf dem Untergrund festhalten. Über die Wurzeln nehmen sie weder Nährsalze noch Wasser auf. Aus diesem Grund benötigen sie zum Wachsen auch keine Erde. Sie wachsen auch an Baumstämmen und sogar auf Steinen.

Wasser und die Nährsalze nehmen Moose direkt über ihre kleinen Blättchen auf. Wenn es regnet haben sie davon in Hülle und Fülle. Bei Regen kann man die Moospflänzchen regelrecht „tanzen“ sehen. Aber auch den morgendlichen Tau „trinken“ die Blättchen. Sie saugen sich voll mit Wasser. Das Torfmoos zum Beispiel kann das dreißigfache seines Gewichts an Wasser aufnehmen. Da den Blättchen jedoch eine schützende Wachsschicht fehlt, gibt das Moos bei Trockenheit die Feuchtigkeit genauso schnell wieder ab. So schaffen sie ein feuchtes und kühles Umgebungsklima.

Moose können Trockenzeiten von mehreren Monaten überstehen, etwa in der Wüste. Sie sind sehr widerstandsfähig und genügsam. Sie überleben selbst dann, wenn ihre Zellen fast ausgetrocknet sind. Wie machen sie das? Sie fahren ihren gesamten Stoffwechsel herunter. Im Gegensatz zu fast allen anderen Pflanzen können sie diesen Trockenzustand mehr oder weniger lange in einer Art Scheintod überdauern. Moose schalten auf Sparflamme, wenn es zu trocken ist. Sobald es regnet, erwachen sie wieder zu neuem Leben.

Moose verfügen über keine Leitgefäße, die das Wasser in der Pflanze transportieren könnten – wie die Adern das Blut im Menschen. Ebenso fehlt es den Pflanzen auch an Stützgewebe: Die meisten Moose sind klein und wachsen flach am Boden.

Moose trifft man oft in Gesellschaft von Pilzen und Farnen an. Mit ihrem grünen Pelz bieten die kleinen Pflanzen Schutz für viele Insekten. Vögel finden darin Nahrung oder polstern ihre Nester damit aus. Eine Moosart wird sogar Schlafmoos genannt, denn früher hat man sogar Kissen und Matratzen damit gefüllt.

Moose vermehren sich über Sporen, die aus Kapseln herausgeschleudert werden. Diese Kapseln verwechselt man leicht mit Knospen, die das Moos aber nicht hat - ebenso wenig wie es Blüten trägt.

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