Sandstein

Entstehung

Sandstein entsteht durch die Verkittung (Zementation) von lockerem Sand. Er besteht im Gegensatz zu den von Lebewesen abgelagerten Gesteinen wie Kalkstein oder Kohle aus Trümmern verwitterter und abgetragener Gesteine. Da Quarz ein relativ verwitterungsresistentes Mineral ist, welches außerdem in sehr vielen Gesteinen vorkommt, reichert es sich beim Verwitterungs- und Transportprozess stark an, während andere Mineralkörner zerfallen. Deshalb bestehen die Sandsteine ganz überwiegend aus diesem Mineral.Wer mit der Hand über eine Sandsteinmauer streicht, kann die Vergänglichkeit spüren: der Sand rieselt. Auch der Stein ist der Endlichkeit ausgesetzt.

Die wichtigsten Entstehungsräume für Sandsteine sind die Meere, dabei vor allem die küstennahen Flachmeere. Der Sand stammt aber meist vom Festland und wird durch Flüsse und Meeresströmungen an seinen endgültigen Ablagerungsort transportiert. Es gibt aber auch zahlreiche Sandsteinvorkommen, die auf dem Festland entstanden sind.

Im Meer abgelagerte Sandsteine finden sich in Deutschland zum Beispiel im Elbsandsteingebirge sowie im Zittauer Gebirge. Die in Deutschland weit verbreiteten Sandsteine des Bundsandsteins sind hingegen meist auf dem Festland abgelagert worden.

Durch den Druck der jüngeren, überlagernden Erd- und Gesteinsschichten kommt es zur Verfestigung des Sandes. Dieser Prozess läuft unterschiedlich schnell ab und dauert zwischen wenigen Jahrzehnten und mehreren Millionen Jahren. Sandstein ist ein auf der Erdoberfläche sehr weit verbreitetes Gestein und kommt praktisch auf allen Kontinenten vor.

 

Arten der Verkittung (Zementation)

Als Verkittung oder Zementation bezeichnet man die natürliche Verfestigung des Sandes durch die Ausfällung bzw. Einlagerung von Mineralen um die Sandkörner herum. Je nach Art des Zementes (Bindemittel) unterscheidet man verschiedene Arten:

  • Quarzsandsteine verdanken ihre Verfestigung dem Quarz, der die Sandkörner miteinander verbindet.
  • Tonsandsteine enthalten als Bindemittel Tonminerale.
  • Bei Kalksandsteinen (die nicht mit den künstlich hergestellten Kalksandsteinen verwechselt werden dürfen) füllt Calcit die Räume zwischen den Sandkörnern aus.

Die verschiedenen Arten der Bindemittel treten zum Teil auch gemischt auf.

 

Beliebtes Baumaterial

Sandstein ist ein verbreitetes Baumaterial und wurde oft zum Pflastern, für Skulpturen und vor allem für Fassaden verwendet. Das Stadtbild prägende Sandsteinbauten findet man beispielsweise in Düsseldorf, Nürnberg oder in Dresden. Auch das Freiburger Münster ist größtenteils aus Sandstein erbaut.

Bild: Das Heidelberger Schloss wurde aus rotem Buntsandstein erbaut.

Die Farbe von Sandstein kann, genauso wie die von Sand, variieren, übliche Farben sind grau (ohne Beimengungen - wie zum Beispiel Ruhrsandstein), gelb (durch enthaltenes Limonit - Ibbenbürener Sandstein), braun, rot (durch Hämatit - wie bei rotem Wesersandstein) und weiß (wie bei grau, nur ist die Oberflächenreflexion eine andere - Beispiel Rackwitzer Sandstein). Grün ist der früher südlich des westfälischen Soest abgebaute Grünsandstein.

 

Härte

Ton- und kalkgebundene Sandsteine sind ein vergleichsweise weiches Gesteinsmaterial und daher in der Verarbeitung leichter als andere Sandsteinsorten.

Bildquelle

 

Landschaften - Elbsandsteingebirge

 

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