Connect - Bewegender Dreiklang

CONNECT verbindet in einem internationalen Jugendprojekt Eurythmie, Chor und Orchester

1919 wurde die erste Waldorfschule gegründet. Seither nehmen die Künste, speziell die Eurythmie, das gemeinsame Singen und das Erlernen und Spielen eines Instruments, wichtige pädagogische und künstlerische Positionen im Schulleben ein. Mit gutem Grund: Sie fördern die Kreativität, das Sprach- und Musikverständnis, die äußere und innere Beweglichkeit und machen die Zusammenhänge im sozialen Miteinander spür- und erlebbar.

Die Eurythmie ist nach Rudolf Steiner „ein geistiges Bewegungsspiel“, soll eine Ergänzung zum Turnunterricht bieten und neben der rein körperlichen Bewegung auch Geist und Seele mit einbeziehen. Das chorische Singen im Unterricht und auf der Bühne lässt die Schüler*innen ihre eigene Stimme finden und gibt allen die Chance, sich musikalisch auszudrücken. Das instrumentale Zusammenspiel im Orchester verlangt viel Übung und Disziplin, zahlt sich am Ende aber durch ein tiefes musikalisches Verständnis aus. Die positiven Wirkungen gehen weit über die Schulzeit hinaus – die intensive Beschäftigung mit diesen Künsten leider nur selten. Im Alltag fehlt oft die Zeit, sich auf sie einzulassen, besonders der Eurythmie begegnet man außerhalb der Waldorfschule nur selten.

Seit einigen Jahren aber geben unterschiedliche Jugendprojekte vielen Interessierten die Möglichkeit, eben diese Künste vom Schulkontext losgelöst (wieder) zu erleben. WHAT MOVES YOU hat seit 2012 in drei jeweils vierwöchigen Projekten mit insgesamt rund 240 jungen Menschen Sinfonien von Beethoven, Dvorak und Schubert eurythmisch umgesetzt.

EURYTHMY IN PROGRESS ist ein Eurythmie-Projekt, das 2017 erstmals stattfand und in etwas kleinerem Rahmen ebenfalls erste künstlerische Bühnenerfahrung ermöglichte.

CANTARE veranstaltete inzwischen sieben Chortagungen und konnte fast 500 junge Menschen für klassische Chor- und Orchestermusik begeistern.

 

CONNECT verbindet

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Waldorfschule werden die genannten drei Künste im Sommer 2019 in einem gemeinsamen Jugendprojekt vereint. Gleichberechtigt, konsensorientiert, offen, sich gegenseitig bereichernd: CONNECT verbindet.

Beginnend mit den Bereichen Eurythmie und Chor können Jugendliche aus aller Welt vier Wochen lang auf dem Projekt-Campus miteinander arbeiten, experimentieren, neue Wege finden, Horizonte erweitern. Sie werden Freundschaften schließen, sich austauschen, Grenzen überwinden, mal streiten, oft lachen und sich Tag für Tag weiterentwickeln. Das ebenfalls aus jungen Menschen bestehende Orchester wird im Laufe der Tagung die Proben ergänzen und das Gesamtbild dreier gleichwertiger Künste abrunden. Alle gemeinsam können sich bis zu 6 Stunden täglich frei in einem künstlerischen Prozess bewegen, der ebenso wichtig ist wie sein öffentlich präsentiertes Ergebnis: ein hochklassiges Bühnenprogramm mit mehr als 150 Jugendlichen. Geplant sind u.a. Werke von Bach („Nun ist das Heil“), Brahms („Schicksalslied“) und Tschaikowsky („Ouvertüre Romeo und Julia“).

Professionell unterstützt werden die Teilnehmenden von einer hochkarätig besetzten künstlerischen Leitung mit pädagogischer- und Projekt-Erfahrung in den Bereichen Eurythmie, Chorgesang und Orchester. Für den Bereich Eurythmie konnten vier Künstler*innen gewonnen werden, die während des Projekts in Teams arbeiten: Bart-Jeroen Krool ist Choreograf und Tänzer und heute Dozent für Eurythmie an der Alanus Hochschule, Christina von Verschuer studierte vor ihrer Eurythmieausbildung Pantomime bei Marcel Marceau in Paris und arbeitet nach mehreren internationalen Kunstprojekten jetzt als Eurythmielehrerin in Berlin, Rob Barendsma war nicht nur viele Jahre Dozent in den Eurythmie-Ausbildungen Berlin, Hamburg und Alfter, sondern auch Choreograf und Kostümbildner für Theater, Musical und Fernsehen sowie für Shows und Paraden bei Disney World, Ulrike Wendt schließlich sammelte nach ihrem Eurythmiestudium in Stuttgart als Mitglied des Else-Klink-Ensembles intensive Bühnenerfahrungen und hat – neben Veröffentlichungen in den Bereichen Eurythmie, Bildekräfteforschung und Meditation – große und kleine Eurythmieprojekte, Workshops und Seminare begleitet. Was für ein wunderbares Spektrum, das durch die musikalischen Leiter abgerundet wird: Imre Ploeg (Chor) ist ehemaliger Waldorfschüler und arbeitete unter anderem schon für den Chamber Choir JIP aus Utrecht, das Kennemer Youth Orchestra und den Dutch Student Chamber Choir, Yaron Traub (Orchester) war von 2005 bis 2017 musikalischer Leiter und Dirigent des Valencia Orchesters, dirigierte bereits die israelischen Philharmoniker, niederländischen Radio Philharmoniker und das Radio Symphonie Orchester, das Sydney und Melbourne Symphonie Orchester, das schwedische Radio Symphonie Orchester und die Rotterdam Philharmoniker.

Die Teilnehmenden dürfen sich also auf ein Projekt mit herausragender künstlerischer und pädagogischer Qualität freuen. Der Anspruch von CONNECT geht aber noch weiter: Durch das gemeinsame Tun und das sich daraus entwickelnde Verstehen des Anderen und der Kunst sollen wahre Begegnungen von Mensch zu Mensch stattfinden, die Verbindungen – auch über das Projekt hinaus – wachsen lassen. Das erfordert nicht nur Offenheit und Professionalität, sondern auch Empathie, Geschicklichkeit, Ausdauer, Teamwork, die Lust an der Bewegung und an der Musik. Und es erfordert einen Rahmen, der allen Beteiligten eine entspannte und unbeschwerte Atmosphäre bietet. Für diesen Rahmen sorgt ein erfahrenes und kunstbegeistertes Organisationsteam aus jungen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren, das schon die eingangs genannten Projekte ermöglicht hat und nun seit Monaten die Vorbereitungen von CONNECT vorantreibt. Hanna Lipke, Madita Geist, Maike Adam, Moritz Gilsbach, Sebastian Arnd, Nadja Dillmann und Veronika Pelz arbeiten am Tagungskonzept, akquirieren Fördergelder, suchen den passenden Ort (im Gespräch sind Berlin, Hamburg, Hannover), rühren die Werbetrommel und werden die Teilnehmenden im Anmeldeverfahren und während der vier Wochen vor Ort unterstützen.

Den Rahmen füllen dürfen, müssen und werden die Teilnehmenden. Ganz unterschiedliche Menschen aus vielen Ländern werden innerhalb von vier Wochen zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen und CONNECT eine ganz eigene Farbe verleihen. Sie werden aktiv in den gestalterischen Arbeitsprozess eintauchen, sich einbringen, gefordert werden und im Austausch mitgestalten. Alle beteiligten Künstler*innen, Organisierende als auch Teilnehmende stehen bei CONNECT gleichberechtigt nebeneinander.

Aus Eurythmie, Chor und Orchester entsteht ein Dreiklang, der bewegt. Und lebt.

 

Alle Infos kurz gefasst:

  • CONNECT International youth choir, eurythmy and orchestra project
  • Tagungszeitraum: 06.07. bis 04.08.2019
  • Tagungsort: (stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest)
  • Teilnahmegebühr: 550 € (enthält Unterbringung, Verpflegung, Kursgebühren und Workshops, alle gemeinsamen Ausflüge, Kostüme, Materialien, Betreuung)
  • Bewerbungsphase: 15.10.2018 bis 01.05.2019
  • Mehr Infos: www.connect-project.art

 

Kontakt

Sebastian Arnd und Madita Geist
Telefon + 49 (0) 163 9715145

Email: organisation@connect-project.art

CONNECT, Eifelstr. 43, D-53119 Bonn,  www.connect-project.art 

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