Finger-Fassen (mit einem Unterrichtsmaterial)

Um die Sicherheit im 10-er Rechenraum zu erhöhen, ist das Finger-Fassen sehr geeignet. Insbesondere für das Gelingen des 10-er Übergangs sollte man nicht zu schnell zu höheren Zahlen übergehen. Die Vorstufe des Rechnens bestand im Zählen mit den Fingern. So haben auch die Römer ihre Ziffern für die Zahlen der Hand entlehnt.

Wichtig ist für die folgenden Übungen, dass immer von links nach rechts (Leserichtung) gezeigt und gerechnet wird. Als Vorübung hält der Lehrer eine Anzahl von Fingern in die Luft. Er hält immer beide Hände hoch, wobei die Daumen innen liegen. Die Rechnungen beginnen immer mit dem linken kleinen Finger. Werden also drei Finger hochgehalten, so sind es der kleine, der Ring- und der Mittelfinder der linken Hand. Man orientiere sich an den unten abgebildeten Karten. Die Kinder nennen jeweils die Menge der hochgehaltenen Finger.

Im zweiten Schritt bekommen jeweils zwei Kinder pro Tisch das unten vorbereitete Unterrichtsmaterial. Es besteht aus 10 laminierten Karten, auf denen beide Hände zu sehen sind. Eine bestimmte Anzahl der Finger ist jeweils in rote Farbe getunkt. Zuerst werden die Karten auf dem Tisch gemischt. Die Kinder sitzen sich gegenüber. Eines nimmt den Kartenstapel, hält die oberste Karte hoch und nennt die Anzahl der roten Finger. Auf der Rückseite sieht das andere Kind die richtige Zahl, nickt oder schüttelt den Kopf. Eine Karte mit richtigem Ergebnis wird zur Seite gelegt. Bei falscher Antwort wird die Karte unten den Haufen gelegt und kommt somit nochmals zum Zuge. Ist man durch, so werden die Rollen gewechselt.

Aber nicht nur optisch, sondern auch tastend kann man die Menge erfassen. Hierzu hat wiederum ein Kind den Kartenstapel vor sich, ihm gegenüber legt das andere Kind mit geschlossenen Augen seine Hände mit leicht gespreizten Fingern auf den Tisch. Nun umfasst das Kind mit den Karten genau die Anzahl von Fingern und zugleich in derselben Reihenfolge, die es auf der ersten Karte abgebildet sieht. Das „blinde“ Kind erfühlt seine umschlossenen Finger und nennt die Zahl. Dann geht es mit der nächsten Karte weiter. Anschließend wird gewechselt.

Man kann als nächstes auch nach der Anzahl der Finger fragen, die nicht umschossen wurden.

 

Zur Herstellung der Karten:

Man kopiere auf einem festeren Papier Vorder- und Rückseite, schneide entsprechend der Linien auf der Vorderseite die Karten zu und laminiere sie anschließend. Die spitzen Ecken der laminierten Kärtchen unbedingt rund schneiden, da man sich dort ansonsten gerne verletzt – zudem halten die Karten länger.

Kommentar
13.12.2018 | UPau | Klassenlehrerin
Eins verstehe ich nicht: In dem Abschnitt "Wichtig ist . . ." wird darauf hingewiesen, dass immer von links nach rechts . . . (in Leserichtung) gearbeitet wird. Aber schon wenn der Lehrer den Kindern gegenübersteht und mit dem linken kleinen Finger beginnt, spielt sich der Vorgang für die gegenüber sitzenden Kinder entgegen der Leserichtung ab. Ebenso, wenn sich zwei Kinder gegenüber sitzen. Außerdem ist es nicht jedem (Lehrer) gegeben, z.B. kleinen und Ringfinger zusammen hochzustrecken, ohne dass die anderen Finger mitgehen.
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