Die herausragende 4. Dynastie

Die eigentliche Pyramidenzeit beginnt mit der 3. Dynastie und endet mit der 6. Dynastie. In diesem Zeitraum wurden auf einem Wüstenstreifen, der von Abu Roasch im Norden bis Medum im Süden reichte, auf einer etwa 80 Kilometer langen und 4 Kilo­meter breiten Fläche also ungefähr 28 Pyramiden errichtet.

Sol­che Zahlen vermitteln jedoch ein falsches Bild von der Realität. Es wird häufig übersehen, dass die intensivste Bauphase, in der sieben der 28 Pyramiden entstanden, in der 4. Dynastie, also in einem sehr kurzen Zeitraum, stattfand.  Aufgrund ihrer gewalti­gen Ausmaße wurden für den Bau dieser sieben Monumente mehr als 75 Prozent der 30 Millionen Tonnen Steine, die in der gesamten Pyramidenzeit verbaut wurden, verwandt. Fünf die­ser sieben Pyramiden, drei in Gizeh und zwei in Dahschur, sind bis heute nahezu intakt erhalten.

Die 4. Dynastie nimmt innerhalb der Pyramidenzeit eine herausragende Stellung ein. Ohne Vorbild entstand, praktisch aus dem Nichts heraus eine monumental neue Grabesform. Der erste König der 4. Dynastie war Snofru, Vater des Cheops. Kein einziger König der 4. Dynastie hinterließ jedoch seinen Namen auf der Pyramide. Da die Pyramidenbauer der 5. Und 6. Dynastie  auf die Erfahrungen der glanzvollen 4. Dynastie zurückgreifen konnten, hätte man in bautechnischer Hinsicht eine Steigerung erwarten können. Das Gegenteil ist aber der Fall. Die Pyramiden werden wesentlich kleiner und im Bau weniger sorgfältig.

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