Wir stellen eine Totenmaske des Tutanchamun her

Ein Beitrag aus der Freien Waldorfschule St. Georgen, Freiburg

Rudolf Steiner spricht davon, dass sich unsere heutige Kultur an der ägyptischen Epoche spiegelt. Damals herrschte ein Pharao gottgleich über Unter- und Oberägypten. Die meisten Menschen durften ihm nicht einmal in die Augen schauen. Der Pharao war die lebensspendende Sonne des Reiches. Auch die tatsächliche Sonne sollte man tagsüber nicht ansehen, wenn man nicht geblendet werden will.

Heute haben sich die Verhältnisse umgekehrt. Im Inneren eines jeden Menschen ist eine Sonne erwacht, deren Strahlkraft immer mehr zunehmen kann: Das ICH des Menschen. Wir haben uns heute sehr stark individualisiert. Pharaonengleich erhalten wir dadurch die Möglichkeit, in unserem Umkreis selbstbestimmt zu handeln.

Auf diesem Hintergrund hat jedes Kind im Unterricht eine solche Maske von seinem Gesicht angefertigt. Diese Arbeit war eine schöne Geste der beschriebenen Spiegelung beider Kulturen. Weiter unten finden Sie eine Beschreibung, wie wir vorangegangen sind.

 

Die Totenmaske des Tutanchamun

Die Pharaonen erhielten oft kostbare Grabbeigaben. Die Gegenstände waren u.a. aus mit Blattgold verziertem Holz oder gar aus reinem Gold. Eines der berühmtesten Fundstücke war die goldene Totenmaske des Tutanchamun. Sie war aus reinem Gold (11 kg) und bedeckte Kopf, Schultern und Brust. Sie maß eine Höhe von 54 cm und eine Breite von 39 cm. Der König ist mit dem für die 18. Dynastie typischen Nemes-Kopftuch dargestellt. Auch die mit Lapislazuli umrandeten Augen sind ein charakteristisches Merkmal. Weder vorher noch später wurden Totenmasken von vergleichbarer Kunstfertigkeit erstellt.

Betörend schön lag die Goldmaske über dem Gesicht Tutanchamuns. Sein Leib war in vier hölzerne und vergoldete Schreine eingeschachtelt. Der letzte war ganz aus dem massiven Edelmetall. Hier lag die vollkommen mit Leinenbinden umwickelte Mumie des Tutanchamuns. Seinen Kopf schützte diese Goldmaske mit dem langen Zeremonialbart und dem blaugold gestreiften Königskopftuch.

An der Stirn sitzen der Geierkopf und die Uräusschlange - die Kronengöttinnen von Ober- und Unterägypten . Tutanchamun wird nicht wie auf der Maske ausgesehen haben. Die individuellen Gesichtszüge waren nicht wichtig. Man schuf ein vollkommenes Gesicht. Der König wurde nicht mehr als Erdenmensch betrachtet, sondern er war über allen irdischen Zufälligkeiten stehende, vollkommen mit Osiris eins gewordene Herrscher des Totenreiches.

 

Arbeitsanleitung

Man braucht:

  • Gipsbinden ( Apotheke oder Bastelladen)
  • Schere
  • Vaseline
  • Klopapier
  • Acrylfarben

Anleitung:

Zwei Schüler tun sich zusammen.
Die Gipsbinden werden in ca. 4 x 6 cm große Stücke geschnitten. Nun schmiert der erste sein Gesicht gut mit Vaseline ein und dann heißt es `stillgestellt´.

Zunächst deckt der Partner Augen, Mund und Haaransatz mit Klopapier zu. Dann werden die Gipsbinden kurz in Wasser getaucht. Man lässt sie abtropfen und verteilt sie gleichmäßig auf dem Gesicht. Die Nasenlöcher bleiben frei Lächelnd.

Überall sollten ungefähr drei Lagen aufgebracht werden. Wenn man den Gips ein bisschen verstreicht, verschwindet das Gittermuster. Das dauert ca. 15 -20 Minuten. Nachdem die Maske leicht angetrocknet ist - was nicht sehr lange dauert - kann der Schüler sie selber abnehmen.

Wir legten sie auf eine Malunterlage zum Trocknen. Man sollte jedoch sogleich beginnen, auf den noch feuchten Gips das Kopftuch des Pharaos anzubauen. Die Nasenlocher werden nun geschlossen.

Jetzt erst sollte sich der andere mit Vaseline einschmieren und die Arbeit beginnt von vorne ...

Am nächsten Tag kann die Maske angemalt werden. Am leichtesten ist es, wenn man zuerst alles in Gold einfärbt und auf die getrocknete Farbe die typischen Pharaonenaugen malt. Abschließend kommt das Blau des Kopftuches.

Am Schluss kann man das Kopftuch außen herum noch geradeschneiden. Dies wurde auf dem Bild noch nicht gemacht.

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