Kreta - minoische Kultur

Kreta bildete das Eingangstor zum ägäischen Meeresraum. Auf dieser Insel entstand die erste europäische Kultur, die sich später zur mykenischen Kultur auf dem griechischen Festland fortsetzte und weiterentwickelte. Kretas geographischen Lage war es zu dankten, dass es eine Mittelposition zwischen Griechenland einerseits und Ägypten und Kleinasien andererseits inne hatte. Die kulturelle Blüte Kretas begann im 4. Jahrtausend v. Chr. und dauert insgesamt zwei Jahrtausende. Wir sprechen von der minoischen Kultur. Griechenland mit seiner damals noch einfachen bäuerlichen Kultur blickte anfangs nur staunend auf die kretische Welt.

 

Knossos

Der politische Mittelpunkt Kretas lag in Knossos. Dies war ein der mächtigsten Palastanlagen der Insel. Der Name hing mit dem Minotaurus, einem Stiermenschen zusammen. Laut der Sage war Minos der erstgeborene Sohn von Zeus und Europa. Das Sagenbild erfasst unmittelbar die kulturelle Bedeutung Kretas für Europa. Minos wurde mit Poseidons Hilfe König von Kreta. Durch die Begierde seiner Frau nach einem weißen, prächtigen Stier wurde der Minotaurus gezeugt. Um ihn einzusperren, ließ König Minos ein Labyrinth erbauen. Alle neun Jahre mussten dem Stiermenschen sieben Jungfrauen und sieben Jünglinge geopfert werden.  

Um 1700 v. Chr. bricht über die Insel eine schwere Katastrophe herein. Wir wissen nicht, ob sie mit einem vulkanischen Ausbruch, inneren Aufständen oder einem Überfall äußerer Feinde zusammenhängt. Auch der Palast von Knossos wurde zerstört. Kreta jedoch überwand diese Katastrophe sehr rasch und baute Knossos und auch andere Paläste mit noch größerer Prachtentfaltung wieder auf.

Der Schwerpunkt der Herrschaft blieb weiterhin in Knossos. Das Königsschloss mit seiner Anlage war sehr unübersichtlich und rechtfertigt den Namen Labyrinth. Die Anlage gliederte sich um einen großen Zentralhof mit einer verwirrenden Menge von Räumlichkeiten, die aus Lichthöfen be­leuchtet wurden und durch Treppen miteinander in Verbindung standen. Sie erhoben sich auf freiem, welligem Gelände und besaß keine Befestigung. So sicher fühlten sich die Könige. Sie waren allerdings im Besitz einer starken Flotte, die die See unangefochten beherrschte.

Unter dem Fußboden der Kammern und Gänge des Palastes in Knossos fanden sich geschickt verborgene, heute bloßgelegte kastenförmige Versenkungen mit doppelten Böden für besondere Kostbarkeiten. Leider sind fast alle diese Geheimfächer vor der Zerstörung des Palastes von den Besitzern oder von den Eroberern ihres wertvollen Inhalts beraubt worden.

Ebenfalls sind in Knossos einige Badeeinrichtungen und Klosettanlagen mit Wasserspülung aufgedeckt worden. Ein weitverzweigtes Röh­rensystem leitete das Regenwasser oder das Quellwasser von den Bergen über den Innenhof durch Schächte in die Badezimmer und Aborte und ließ die Abwässer wieder wegfließen.

 

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