Olympia (ein Gedicht)

OLYMPIA

Lieblich zu Füßen der Bergwelt Arkadiens die fruchtbare Eb'ne.

Dunkle Zypressen und Kiefern, Oliven in silbrigem Glanze.

Hier liegt der heilige Hain, von dem Hügel des Kronos beschützet.

Weithin erschallen die Rufe, zu künden den göttlichen Frieden.

Ruhen muss jeglicher Streit, wenn Athleten aus allen Regionen

hoffnungsfroh ziehen gen Elis, beladen mit kostbaren Schätzen,

Kräfte zu messen und Opfer zu bringen dem höchsten der Götter.

Waffenlos kämpfen die Männer, den Siegern gebühret die Ehre,

Ölzweige kränzen die Häupter, die Heimat empfängt sie als Helden.

Größer, bedeutsamer werden die Feste im Laufe der Zeiten.

Tempel um Tempel ersteht, dazu Stätten für sportliche Spiele.

Pindars Gesänge erzählen Olympias ruhmreiche Geschichte.

Wechselnde Herrscher durchzogen auch später das Tal des Alpheios.

Vielfach zerstört und geplündert, vom Flusse zuletzt ganz verschlungen.

Sumpfland, gefürchtet, gemieden, so ruhte die Altis verborgen.

Zweitausend Jahre vergingen, die Stätte schien ewig vergessen.

Bis sich die Menschen entsannen der Völker verbindenden Kräfte,

die uns von dort überliefert. Sie trugen und tragen bis heute

friedlichen Geist um die Erde. Ihr Motto: „Dabei sein ist alles!"

von Eva Sagmüller

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