Die vielen hundert Pflanzstädte der Griechen

Ein Artikel von Heinz Müller

Die Griechen eroberten die damalige Welt weniger durch Kriege, als vielmehr durch Kolonisation. Überall bildeten sie kleine Pflanzstätte an den Küsten des Mittelmeeres und auch des Schwarzen Meeres. Kolonien entstanden in Spanien, dem heutigen Frankreich, Afrika, besonders auch in Sizilien. Innerhalb von 200 Jahren (750 - 550 v. Chr.) haben die Griechen hunderte solcher Städte gegründet. Allein die Stadt Milet rühmte sich, nicht weniger als neunzig Kolonien angelegt zu haben. Diese neuen Kolonien gründeten ihrerseits wieder Pflanzstädte. Wie Pilze schossen sie aus dem Boden, es waren griechischen «Oasen» inmitten gewaltiger, von den «Barbaren» bewohnter «Wüsten».

So viele Kolonien sie auch gründeten, bei einer Regel blieben sich die Griechen treu: Sie gründeten ihre Städte stets an der Küste, nicht im Landesinneren. Die Griechen waren einfach eine Seefahrernation.

Es entstand ein dicht geknüpftes Netz griechischer Stützpunkte im gesamten Mittelmeerraum. Dies erleichterte nicht nur in ungeahntem Maße den Handel, sondern verbreitete - ähnlich den Samen einer Pusteblume - die griechische Art zu leben und zu denken. Ständig waren nun Schiffe zwischen den Kolonien und den Mutterstädten unterwegs, aber auch der Warentausch unter den Pflanzstädten selbst nahm rasch zu. Man konnte jetzt aus den entferntesten Winkeln des Mittelmeer- und des Schwarzmeerraumes alle möglichen Waren beziehen.

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